Polizei- und Armeevollmachten ausgeweitet

Auf den Philippinen hat Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo nach blutigen Ausschreitungen die Vollmachten von Polizei und Armee für die Hauptstadt Manila ausgeweitet. Sie spricht von einer "Notlage" wegen drohender Rebellion.
Zuvor sind bei schweren Zusammenstößen zwischen Anhängern des gestürzten Präsidenten Joseph Estrada und Sicherheitskräften mindestens vier Menschen ums Leben gekommen.
In der Nacht auf Dienstag waren bei den Zusammenstößen außerdem Dutzende Menschen verletzt worden. Bei den vier Toten handelt es sich offiziellen Angaben zufolge um zwei Polizisten und zwei der Demonstranten. Durch die Erklärung der Notlage darf die Polizei mutmaßliche Aufrührer ohne Haftbefehl festnehmen. Überdies können die Streitkräfte Polizeiaufgaben übernehmen. Ein Präsidentensprecher betonte aber, dass die Regierungsgewalt nicht an Polizei und Militär übergehe.
20.000 Estrada-Anhänger demonstrierten in der Nacht
Rund 20.000 Anhänger des wegen Korruption verhafteten Estrada waren in der Nacht vor den Präsidentenpalast gezogen, um gegen die neue Regierung von Präsidentin Arroyo zu protestieren. Dort kam es schließlich über Stunden zu gewalttätigen Zusammenstößen. Demonstranten durchbrachen die Absperrungen und versuchten, den Zaun des Palastes zu überwinden. Die Sicherheitskräfte gaben Warnschüsse ab und setzten Tränengas ein.
In der Früh war Estrada von der Polizei aus einem Krankenhaus der Regierung abgeholt und in ein Spezialgefängnis 50 Kilometer außerhalb Manilas gebracht worden. Der 64-Jährige hatte sich zu Untersuchungen seit Samstag in der Klinik aufgehalten.
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