Krankheit greift um sich "wie ein Buschfeuer"

Angesichts der rasanten Ausbreitung von Aids in Südafrikas Gefängnissen haben Menschenrechtler die Freilassung von Untersuchungshäftlingen gefordert: "Die Gefängniszellen wurden für 18 Gefangene angelegt, tatsächlich sind hier 70 bis 80 Personen untergebracht. Wegen dieser Überfüllung verbreitet sich Aids wie ein Buschfeuer".
Dies sagte ein Sprecher der Menschenrechtsorganisation "Sapohr" am Montag in Durban. Deshalb sollten Untersuchungshäftlinge und Menschen, die wegen geringfügiger Delikte inhaftiert wurden, unter Auflagen freigelassen werden. "Sapohr" fordert Sozialarbeit statt Gefängnis.
Aids ist nach Angaben der Regierung die Haupttodesursache in Südafrikas Justizanstalten. Die Zahl der natürlichen Todesfälle unter den Häftlingen habe sich in den vergangenen fünf Jahren fast versechsfacht. Im vergangenen Jahr seien 1087 Inhaftierte an den Folgen der Immunschwächekrankheit gestorben. HIV-Tests seien bisher nicht zwingend vorgeschrieben. Offiziellen Angaben zufolge sind 3.000 der insgesamt 162.000 Insassen mit dem Aids-Virus infiziert.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation werden außerdem die Menschenrechte in den Gefängnissen ständig verletzt. Beispielsweise gebe es für 70 Insassen nur eine Toilette. Krankheiten könnten sich so rasch ausbreiten.
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