SPEZIAL: VOLKSZÄHLUNG

Um die Wende jedes Jahrzehnts finden weltweit die großen amtlichen Statistik-Bestandsaufnahmen statt. In Österreich ist es mit der Volkszählung heuer soweit. Genau genommen heißt sie ja Großzählung und wird in dieser Art voraussichtlich das letzte Mal stattfinden. Das zentrale Melderegister machts möglich. Ab 15. Mai wird gezählt.
Die nächste Volkszählung im Jahre 2011 wird dann eine so genannte Registerzählung sein. Sie ist stärker bürger- und serviceorientiert, wesentlich billiger und Dank dem Einsatz von Computern auch schneller.
Ein Großunterfangen ist sie allemal, die möglicherweise letzte Großzählung. Schließlich werden in 2.359 Gemeinden rund 2 Mio. Gebäude, 4 Mio. Haushalte, über 8 Mio. Personen und 400.000 Arbeitsstätten erfasst. Gezählt wird, weil es das Volkszählungsgesetz so vorsieht, die Statistik Austria übernimmt die Organisation, die Gemeinden verpflichten sich zur Durchführung und tragen den Hauptteil der Kosten – und das sind allein für Wien immerhin 253 Mio. Schilling. Ziel ist ein „zahlenmäßiges Abbild der Struktur der Bevölkerung, der Haushalte und Familien in Österreich“, so die Statistik Austria.
Ablauf der Erhebung: Was muss man beachten?
Bei grundsätzlichen- oder Detailfragen erhält man in Wien unter 4000-88680 bzw. beim heimatlichen Bezirksamt Auskunft. Zwei Termine sind besonders zu beachten, damit bei der Zählung alles glatt läuft: Die Übergabe der Zählformulare und die Abholung der ausgefüllten Formulare. Beides geschieht in der Regel durch die Zählorgane, die sich mit einem entsprechen Ausweis als solche zu erkennen geben müssen.
Ab dem 23. April hängen an den Schwarzen Brettern der Wohnhäuser die so genannten gelben Hausanschläge. Sie informieren über den Zeitpunkt, wann die Zählpapiere persönlich von den Zählorganen übergeben werden.
Von 2. bis 14. Mai werden die bunten Zähl-Zettel zwischen 17 und 21 Uhr übergeben. Selbstverständlich stehen die Damen und Herren von der Volkszählung dann auch für offene Fragen bereit. In jedem Fall aber sollte man zum auf den gelben Hausanschlägen vermerkten Termin auch wirklich daheim sein.
Ab 15. Mai werden die gelben Anschläge am Schwarzen Brett durch orange Infoblätter ausgetauscht. Ihnen entnimmt man den Abhol-Termin der ausgefüllten Zählpapiere.
Von 16. Mai bis 31. Mai werden entsprechend dem orangen Aushang die Zählformulare wieder eingesammelt. Auch hier ist persönliche Anwesenheit nötig. Wichtig: Schicken sie die ausgefüllten Zählpapiere nicht mit der Post zurück!
Im Urlaub? Nicht daheim? Ersatztermine beantragen!
Wenn man feststellt, dass man zu den angekündigten Terminen nicht zu Hause sein kann, vereinbart man am besten gleich einen Ersatztermin, die Telefonnummer des Zählorgans ist auf dem Hausanschlag angeführt. Wenn man keinen neuen Termin vereinbart und trotzdem nicht zu Hause ist, bekommt man einen neuen Termin zugeteilt, den man durch einen gelben Türhängers erfährt. Bei längeren Urlauben während der Zählzeit kann man jetzt schon am heimatlichen Gemeinde- bzw. Bezirksamt die Formulare abholen und ausfüllen.
Wichtig: Auskunftspflicht, auch für ausländische Bürger!
Die Volkszählung ist für jeden Bürger gesetzliche Pflicht. Wer versucht, der Zählung zu entgehen oder falsche Angaben macht, kann unter Umständen zu einer Verwaltungsstrafe bis 30.000,- Schilling verdonnert werden. Die Bestimmungen unterscheiden hier nicht zwischen Österreichern und Ausländern, es kommt also nur auf den Wohnort an. Allein die rund 370.000 Auslandsösterreicher, die keinen ständigen Hauptwohnsitz in Österreich bleiben von der Zählung ausgenommen.
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