Wachstum heuer und 2002 unter EU-Schnitt

Die EU folgt in ihrer Frühjahrsprognose der Annahme von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F), wonach Österreich im Jahr 2002 ein Null-Defizit erreichen wird. Für heuer wird ein Defizit von 0,7 Prozent erwartet.
Die EU-Kommission prognostiziert Österreich 2001 und 2002 ein unterdurchschnittliches Wachstum. Heuer soll es 2,5 Prozent betragen, während die Eurozone um 2,8 Prozent zulegen soll. 2002 werde die österreichische Wirtschaft um 2,6 Prozent wachsen, die Eurozone hingegen um 2,9 Prozent, so die Prognose.
Die österreichische Budgetkonsolidierung wird die private und öffentliche Nachfrage dämpfen, heißt es in der Prognose der EU. Steuererhöhungen vom Jänner werden ebenso am verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte nagen wie die Weitergabe höherer Ölpreise durch Unternehmen.
Steuerbelastung wird steigen
"Da mehr als die Hälfte der Konsolidierungsbemühungen der öffentlichen Hand (in den Jahren 2001 und 2002) einnahmenseitig erfolgen, wird die Steuerbelastung um einen Prozentpunkt auf 44,5 Prozent steigen", so der EU-Bericht zur Prognose. Der Bund werde seine Ausgaben heuer trotz Sparmaßnahmen bei Pensionen und Verwaltung steigern, was vorrangig auf Entschädigungszahlungen für NS-Opfer und höhere Subventionen an die ÖBB zurückzuführen sei.
Preise steigen um 1,6 Prozent an
Vorbildlich bleibt Österreich dafür bei der Teuerungsrate. Die Preise sollen heuer um 1,6 Prozent steigen, 2002 dann um 1,4 Prozent. Die Eurozone kommt im Schnitt auf eine Inflationsrate von heuer 2,2 Prozent und 2002 1,8 Prozent. Nur Frankreich, Schweden und Großbritannien dürften heuer eine geringere Inflation aufweisen. 2002 wäre Österreich dann überhaupt Spitzenreiter bei der Preisstabilität.
Die Lohnabschlüsse in Österreich seien "nicht ungebührlich hoch" gewesen, da aber die Arbeitsproduktivität absinke, sei heuer keine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den wichtigsten Handelspartnern Österreichs zu erwarten. Schon 2002 könnte es aber wieder Verbesserungen geben.

