Europa soll Antriebsmotor der Weltwirtschaft werden

Nach dem Konjunkturrückgang in den USA und dem Einbruch in Japan soll Europa der Motor für die Weltwirtschaft werden. Das regt die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in ihrem am Dienstag in Genf veröffentlichten Jahresbericht an.
"Europa scheint gut geeignet, weltweite wirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen und die globale Nachfrage anzuheizen", heißt es dort.
"Allerdings scheint Europa bei der Ausforschung der Grenzen seines möglichen Wachstums zu zögern, wie es die USA in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre getan haben." Maßnahmen seien aber notwendig, um die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit zu überwinden.
Die UNCTAD-Organisation nimmt sich jährlich ein wirtschaftliches Schlüsselthema vor und verweist dabei besonders auf die Auswirkungen auf die Entwicklungsländer. Die Organisation, die viele Jahre als ein gewichtiges Sprachrohr im Nord-Süd-Konflikt galt, ist in jüngster Zeit in den Schatten der Welthandelsorganisation WTO geraten. Kritisch warnt die UNCTAD etwa, dass eine ausufernde Liberalisierung der Finanzmärkte zur Instabilität führen kann.
Sorge um Entwicklungen in den USA
Die Wirtschaftsentwicklung in den USA gebe vor dem Hintergrund ihrer Schlüsselrolle für die globale Nachfrage Anlass zur Sorge, heißt es in dem UNCTAD-Bericht weiter. "Wie auch immer die nahe Zukunft für die USA aussieht, das längerfristige Schicksal der Weltwirtschaft kann nicht von den Politiken und Entscheidungen eines einzelnen Landes abhängig gemacht werden."
Im Zeitalter wachsender Verflechtungen müssten alle großen Wirtschaftsmächte ihre Kräfte abstimmen. Dies vor allem dann, wenn die Vorteile der Globalisierung weit verteilt und besonders an die Entwicklungsländer weiter gegeben werden sollen.

