Wieder neuer Vorstand bei Lauda Air?

Die Lauda Air ist wieder auf der Suche nach einem neuen Vorstand. Der erst seit fünf Monaten amtierende Vorstandssprecher Ferdinand Schmidt (49), der im November 2000 auf Niki Lauda gefolgt war, soll nun, wie am Dienstag bekannt wurde, ab 1. August als Vorstand für den Personenverkehr in die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wechseln.
Der Aufsichtsrat muss nun einen Nachfolger für Schmidt bestimmen. Einen genauen Termin für die Aufsichtsratssitzung gebe es noch nicht, die Sitzung werde aber "demnächst" stattfinden, hieß es aus der Lauda Air-Pressestelle auf APA-Anfrage.
Schmidt war nach einem WU-Studium im August 1976 zu den Austrian Airlines (AUA) gestoßen, wo er anschließend in verschiedenen Bereichen tätig war, darunter in der Unternehmensplanung, in Controlling und Marketing Services. Bis 1994 war er als Bereichsleiter Marketing Services u.a. verantwortlich für Flugplanung, Tarife, Vertrieb, Systemplanung. Bis 1996 leitete er die Abteilung Personalwesen, danach war er als Bereichsleiter Network Management und Allianzpolitik zuständig für die strategische Netzwerkplanung der Austrian Airlines-Gruppe. Er vertrat die AUA auch im Management Board des Luftfahrtbündnisses Star Alliance.
Schmidt war im November des Vorjahres Lauda-Air-Vorstand geworden, nachdem Unternehmensgründer Niki Lauda nach monatelangen Querelen mit dem AUA-Management als Chef seiner Airline zurückgetreten war. Zweiter Lauda Air-Vorstand neben Schmidt ist Klaus Stöger (Finanzen).
Lauda-Ableger Italia SpA verzeichnet grosse Verluste
Die von Niki Lauda und einer Treuhandgesellschaft kontrollierte Lauda Air Italia SpA hat indes laut einem Bericht des "Standard" (Dienstagausgabe) im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 22 Mrd. Lire (11,36 Mill. Euro/156 Mill. S) verzeichnet, knapp acht Prozent des Umsatzes. Im vorangegangenen Geschäftsjahr - Oktober 1998 bis Oktober 1999 - wies die Fluggesellschaft noch ein ausgeglichenes Bilanzergebnis vor. Die Gesellschaft mit 400 Beschäftigten erzielte im vergangenen Jahr einen von 215 Mrd. Lire auf 280 Mrd. Lire erhöhten Umsatz.
Die Verluste ziehen Kapitalerhöhung nach sich
Da der Verlust höher ist als das Gesellschaftskapital (18,5 Mrd. Lire), muss Lauda Air laut Bericht nach italienischem Aktienrecht eine Kapitalerhöhung vornehmen. Vorstandsvorsitzender Andrea Molinari, ein enger Freund von Niki Lauda, bestätigt dem "Standard", dass die Gesellschafter bei der Ende Mai einberufenen Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung gutheißen werden. Laut Molinari seien die erhöhten Treibstoffpreise, die Dollar-Aufwertung und höherer Abgaben für die US-Flugrechte für den Verlust ausschlaggebend gewesen. Dadurch seien Mehrkosten von 30 Mrd. Lire entstanden.
Ein Drittel der Lauda Air Italia wird direkt von Niki Lauda kontrolliert. Die restlichen 67 Prozent stehen in Besitz der italienischen Volante Srl. Eigentümer der Volante seien zu 20 Prozent eine von Niki Lauda gegründete Stiftung, zu drei Prozent Molinari sowie die Treuhandgesellschaft Finnat Fiduciaria. Im November hatte Lauda zugegeben, indirekt eine Mehrheit an der Lauda Air Italia zu halten.

