Dienstag, 24. April 2001

Vorm Walde: Ex-Chef der Berliner Verkehrsbetriebe

BM Forstinger dankte dem Ausichtsrat für die rasche und kompetente Neubesetzung des neuen Vorstandes sowie den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für ihre geleistete Arbeit. Vorm Walde pries sie als eine "ausgezeichnete Mischung aus internationaler Erfahrung und Veränderungsfähigkeit, Kunden- und Marktorientierung sowie Kontinuität und Fachkompetenz."

Der 54-jährige neue ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde hat während seiner Ausbildung eine kaufmännische Lehre und ein Betriebswirtschaftsstudium abgeschlossen. Mitte der 70-Jahre arbeitete vorm Walde bei der Wirtschaftsprüfungskanzlei Wibera (Düsseldorf), die auf große Unternehmen spezialisiert ist.

Vorm Walde hat als Vorstandsvorsitzender der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) das Unternehmen vom reinen Staatsbetrieb zum Dienstleistungsunternehmen gewandelt. Die Serviceleistungen wurden verbessert, u.a. gibt eine Beförderungsgarantie, über die die BVG eventuelle Putzerei- oder Taxirechnungen bezahlen, wenn es durch die BVG zu irgendwelchen Schäden gekommen ist.

Vorgänger Draxler: "Früchte ernten jetzt andere"
Der bisherige Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), Helmut Draxler, der am morgigen Mittwoch seinen 51-jährigen Geburtstag begeht, sieht im bevorstehenden Vorstandswechsel "business as usual". Es sei im Spitzenmanagement üblich, dass der Spitzenmanager nie die Früchte ernten könne, die er säe, ließ Draxler in einer ersten Reaktion auf APA-Anfrage durch ÖBB-Pressesprecherin Viktoria Kickinger ausrichten.

Auch dass regelmäßig die Weichen in Unternehmen neu gestellt würden und Spitzenmanager etwa nach zwei Perioden ausgewechselt würden, sei nichts Neues, so Draxler.

Gewerkschaft sagt: Einheit muss gewahrt bleiben
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE), Wilhelm Haberzettl, wünscht sich vom neuen ÖBB-Vorstand eine innovative und marktorientierte Unternehmenspolitik im Personen- und Güterverkehr sowie qualitative Verbesserungen im Personenverkehr. Der neue Vorstand muss für die Einheit des Unternehmens sorgen und mit den Personalressourcen besser und vernünftiger als bisher umgehen, sagte Haberzettl am Dienstag zur APA.

Der Vorstand müsse neue Lösungen für die achtjährigen, jährlich wiederkehrenden 6 Millionen Überstunden und 1 Million Urlaubsresttage finden, forderte Haberzettl. Der Personalabbau müsse eingebremst werden, das praktizierte "Hinausekeln von Mitarbeitern in die Pension" eingestellt werden.

24.4.2001 14:58