Dienstag, 24. April 2001

Anfangs Milch und Kakao, heute lila und weltbekannt

Außen lila, innen süß: Die Milka-Schokolade feiert heute ihren 100. Geburtstag. Am 24. April 1901 wurde die Marke als erste Schokolade der gesamten Branche in die Warenzeichenrolle des Kaiserlichen Patenamtes in Berlin eingetragen. Mit 400 Mill. Tafeln 2000 ist die Marke die Nummer eins in Deutschland.

Zum Vier-Milliarden-Umsatz von Kraft Foods Deutschland trug die Schokoladensparte - und an erster Stelle Milka - mit einer Mrd. DM (511 Mill. Euro/7,04 Mrd. S) bei und ist damit nach dem Kaffee zweithöchster Umsatzträger des Konzerns.

Die Milka-Kuh ist dagegen "erst" 29
Das Unternehmen hat die Bekanntheit der "süßesten Versuchung, seit es Schokolade gibt" auch der Werbeagentur Young & Rubicam zu verdanken. Zwar wurde das Produkt von Anfang an in lila Papier gewickelt, doch die schrill-gescheckte Kuh erblickte erst 1972 das Licht der Welt, begleitet von griffigen Werbesprüchen. Seither glauben einige Kinder tatsächlich, Kühe seien lila, wie sich 1995 bei einer Malaktion an bayerischen Schulen zeigte.

Mil-Ka: Anfangs nur Milch und Kakao
Die lila verpackte Süßigkeit erlebte ihre Geburtsstunde im Schweizer Traditionshaus Suchard. Die Schokolade war deren erste "Specialität" und bestand nur aus Milch und Kakao: darum "Milka". Sie wurde als "Schokolade zum Rohessen" beworben, denn in jenen Tagen kannte man nur "Vollschokolade", eine bröselige Blockschokolade, die in Apotheken als Stärkungsmittel verkauft und vorwiegend zum Kochen verwandt wurde.

In Lörrach, der ersten Auslandsgründung von Suchard, wurden anfangs 1.300 Tonnen Milka jährlich hergestellt. Inzwischen ist die Jahresproduktion auf 122.000 Tonnen gestiegen und der berühmte Schweizer Name verschwunden. 1982 kaufte der Kaffeeproduzent Jacobs das Unternehmen, 1990 übernahm Kraft beide Sparten.

Schatzjagd zum Geburtstag
Aus Anlass des 100. Geburtstags startet Kraft Foods eine außergewöhnliche Jubiläumskampagne. Höhepunkt ist eine Schatzjagd in den Alpen, bei der eine Milchkanne mit einer Mill. DM gefunden (rd. 7 Mio. Schilling) werden muss.

24.4.2001 16:08