Wirtschaftliches Vorgehen wie im alten Regime!

Die Privatisierungsmethoden der neuen Belgrader Regierung scheint weiter unter dem Einfluss des alten Regimes stehen. Medienberichten zufolge dürfte der Verkauf der erfolgreichsten jugoslawischen Zementfabrik, BFC in Beocin, erneut ohne Ausschreibung erfolgen.
Am Kauf der Fabrik sind neben dem französischen Zementriese Lafarge auch die britische Firma RMC und der österreichische Baustoffproduzent Alas International interessiert. Den Zuschlag dürfte aber auf Grund einer alten Vereinbarung auf jeden Fall die am wenigsten bietende Lafarge-Gruppe erhalten. Der Kaufpreis wird mit umgerechnet rund 1,1 Mrd. S (79,9 Mill. Euro) veranschlagt.
Lafarge, 1998 unter dem damaligen Regierungschef Mirko Marjanovic zum "strategischen Partner" Serbiens erklärt, war bereits in der Zeit der internationalen Sanktionen gegen Jugoslawien zum Käufer von BFC erklärt worden, obwohl schon damals das Lafarge-Angebot geringer ausfiel als jenes der britischen RMC. Der geplante Verkauf der Fabrik an Lafarge war jedoch durch die NATO-Luftangriffe im Frühjahr 1999 gestoppt worden. Die Entscheidung zu Gunsten der französischen Firma war anschließend durch den Verwaltungs- und Aufsichtsrat sowie die Gewerkschaft der Fabrik aufgehoben worden, was mit der französischen Beteiligung an den Luftangriffen begründet worden war.
Französische Lobby in der serbischen Regierung
Nach einem Berichten der Tageszeitung "Danas" wird der Verkauf der BFC an Lafarge nun aber weiterhin durch die "französische Lobby" in der serbischen Regierung unterstützt. Gemeint ist damit der Wirtschafts- und Planungsminister Aleksandar Vlahovic - er gilt als "Partner" des Beratungsunternehmens Deloitte & Touche -, sowie sein Regierungskollege, Minister für wirtschaftliche Angelegenheiten mit dem Ausland, Goran Pitic, der zuvor Direktor im Ekonomski Institut (Wirtschaftsinstitut), einem Joint Venture-Partner von Deloitte & Touche.

