Montag, 23. April 2001

Deal könnte bis Sommer stehen

Die PKN Orlen, das größte polnische Erdölunternehmen verhandelt mit der OMV "intensiv" über eine Kapitalverschränkung. Die beiden Unternehmen planen, noch heuer Aktien in der Höhe von 18 Prozent zu tauschen.

Dies berichtet die polnische Tageszeitung Rzeczpospolita am Montag. PKN Orlen soll einen 18-prozentigen Anteil an der OMV übernehmen. Die OMV soll einen "ähnlichen großen" Anteil an der PKN erwerben, heißt es in dem vom Warsaw Business Journal zitierten Zeitungsbericht.

Eine Stellungnahme aus OMV bzw. ÖIAG war zunächst nicht zu erhalten. Offiziell war bisher lediglich von Kooperationsverhandlungen zwischen OMV und PKN die Rede gewesen.

Das polnische Finanzministerium unterstütze den Plan, weil es dadurch einen "guten Preis" für heuer zur Privatisierung anstehenden 18 Prozent an der PKN Orlen erhalte. Ein Verkauf an einen Investor aus der Branche sei in der derzeitigen Situation jedenfalls wesentlich günstiger als eine Platzierung an der Börse.

Fusion erst nach EU-Beitritt möglich
PKN-Präsident Andrzej Modrzejewski rechnet gegenüber der Zeitung mit dem Vorliegen von Verhandlungsdetails noch in diesem Sommer. Eine Fusion von PKN, OMV und MOL ist aus rechtlichen Gründen erst nach einem EU-Beitritt der beiden osteuropäischen Länder möglich. Ein auf diese Weise entstehender mitteleuropäischer Erdöl-Player könnte die Expansionspläne von Konkurrenten aus West und Ost durchkreuzen, meint PKN-Chef Modrzejewski.

23.4.2001 14:10