Neo-Österreicherin will Gold - vorerst bei Jugend-EM

Zur Abwechslung behutsam soll ein heimisches Sport-Talent aufgebaut werden. Ausnahme-Schwimmerin Mirna Jukic (15) könnte ohne weiteres bei der WM in Japan schon mit den "Oldies" mitmischen, sie zieht es aber vor, bei der Jugend-EM zu starten. Dort will sie sich dann aber schon die "Goldene" umhängen lassen...
Das österreichische Team für die Weltmeisterschaften vom 17. bis 29. Juli in Fukuoka hat vor dem am Freitag gestarteten Austria-Wien-Schwimm-Meeting mit Maxim Podoprigora (gr. Bild), Vera Lischka, Petra Zahrl und Judith Draxler vier Athleten umfasst. In Japan könnte durchaus auch Mirna Jukic (kl. Bild)dabei sein, der internationale Saison-Höhepunkt ist freilich nicht das Hauptziel der 15-Jährigen. Die Schülerin wird behutsam für den Sprung zur Weltspitze aufgebaut, ihren Medaillen-Traum beschränkt sie vorerst noch auf die Jugend-EM.
Gold-Traum
Diese findet Anfang Juli auf Malta statt, Jukic sieht dort sogar Chancen auf Gold. "Zumindest aufs Stockerl möchte ich kommen. Und wenn's nicht klappt, kann ich's ja auch nächstes Jahr schaffen." Das in Novi Sad geborene Talent und ihr Vater Zeljko ordnen dem möglichen Erfolg keineswegs alles unter, auch wenn es möglich wäre. "Ich trainiere nur ein Mal täglich. Im ORG Wien 20 für Leistungssportler könnten wir auch zwei Mal zusätzlich in der Früh trainieren, aber das mache ich noch nicht. Vielleicht nächstes oder übernächstes Jahr."
Fernziel Olympia 2004
Spätestens dann ist bei Jukic wieder ein Leistungssprung zu erwarten und der Aufstieg zur Weltspitze, zu der sie schon hin geschnuppert hat, vielleicht keine Utopie mehr. "Olympia 2004 ist schon ein Traum von mir. Für Sydney hab ich mich ja nicht qualifiziert, aber da wollt' ich zu viel." Jukic' Stärken sind derzeit sicher die Brust-Strecken, vor einem Monat schwamm sie über 200 m in 2:25,04 Min. einen fantastischen nationalen Rekord. Aber auch über 200 m Lagen hält sie die VÖS-Bestleistung.
Podoprigora hofft auf Medaille
Podoprigora hat derzeit freilich schon höhere Ziele. Der Olympia-Elfte über 200 m Brust hat sich für Fukuoka das A-Finale zum Ziel gesetzt. "Medaille kann man aber keine voraus setzen, da sind alle zu knapp beisammen", sieht der gebürtige Ukrainer die Ausgangslage nun realistischer als noch in Sydney. "Da war ich zuerst enttäuscht, aber ein elfter Platz beim ersten Olympia-Start ist ja eigentlich gar nicht so schlecht."
Meeting in Wien
Zum Auftakt des 12. Austria-Wien-Schwimm-Meetings im Wiener Stadthallenbad haben sich zwei Österreicherinnen besonders in Szene gesetzt. In den Vorläufen am Freitag Vormittag war Mirna Jukic über 100 m Brust in 1:11,78 Minuten die Schnellste des Feldes, über 100 m Delfin waren die 1:03,24 von Petra Zahrl nicht zu schlagen. Außerdem qualifizierten sich auch alle internationalen Asse für die Finali am Nachmittag (ab 17:00 Uhr).
