Montag, 23. April 2001

19 Profis ohne Arbeitsgenehmigung auf dem Rasen

Was bei uns die fehlenden Reisepässe mancher Kicker (Mamedov/Sturm Graz) sind, ist in Belgien die Schwarz-Arbeit. Offensichtlich kümmerte sich niemand um die Fußballer aus Korea, Brasilien und Osteuropa.

Bei Kontrollen in Belgiens höchster Fußball-Spielklasse haben Inspektoren 19 ausländische Profis ohne Arbeitserlaubnis erwischt. Antwerpen stehe mit nicht weniger als fünf Spielern ohne Arbeitserlaubnis an der Spitze, berichtete die Zeitung "De Morgen" unter Berufung auf den flämischen Arbeitsminister Renaat Landuyt am Montag.

Menschenhandel im großen Rahmen?
Insgesamt seien die Kontrolleure bei sieben flämischen Klubs fündig geworden. Betroffen seien Spieler aus verschiedenen Staaten Afrikas ebenso wie aus Brasilien, Korea, Australien und Osteuropa. Ende März hatten Medien von einem umfangreichen Menschenhandel im belgischen Fußball berichtet.

Menschenhandel andersrum
Fußballer werden nicht nur "schwarz" gehandelt, sie treiben auch selbst Handel. Laut nigerianischer Medien hat Jonathan Akpoborie (Foto), Klubkollege von Didi Kühbauer bei Wolfsburg das mutmaßliche "Kindersklaven-Schiff" die «Etireno» 1998 in Dänemark gekauft. Das Schiff liegt seit Dienstag (17.04.2001) in der beninischen Hafenstadt Cotonou.

"Bin kein Sklavenhändler!"
Jonathan Akpoborie hat am Sonntag Berichte über eine Verwicklung seines Fährschiffes "Etireno" mit Kindersklavenhandel in Westafrika energisch dementiert. Der Fußballer berichtet mittels seiner Homepage: "Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht, als in dem Bericht von CNN über Sklavenhandel der Name unseres Schiffes auftauchte." Der 32-Jährige Nigerianer betont, dass es sich nur um ein Missverständnis handeln könne.

"Etireno ist der Name meiner Mutter."
Er bestätigt, dass er seit 1998 zusammen mit seiner Familie Eigentümer von zwei Fährschiffen ist, die sowohl dem Personen- als auch dem Frachtverkehr dienen. Die "Etireno" sei auf den Namen seiner Mutter getauft worden. Akpoborie schildert auf der Homepage die Irrfahrt des Fährschiffes, auf dem sich angeblich 250 von ihren Eltern in die Sklaverei verkaufte Kinder befunden haben sollen, so: "Die "Etireno" war auf dem Weg von Cotonou (Benin) nach Libreville (Gabun). An Bord waren nach Aussagen des Kapitäns 140 Passagiere aus Benin sowie eine große Menge an Frachtgut. Bei Ankunft in Libreville stellte sich heraus, dass nur ein kleiner Teil der Passagiere die notwendigen Visa hatte. Die Behörden vor Ort verfügten, dass die Passagiere ohne Papiere zurück in ihr Land müssten. Zudem durfte die für Libreville bestimmte Fracht nicht gelöscht werden."

23.4.2001 18:53