Montag, 23. April 2001

ÖFB-Team ohne Probe ins Liechtenstein-Spiel

Unsere Mannschaft ist aufgrund der vielen Ausfälle nicht eingespielt. Gegen Liechtenstein wird es aber hoffentlich kein Zittern geben. Das Fürstentum kennt nur ein Motto: "Hinten zu und vorne hilft der liebe Gott!"

Die Vergleichszahlen sprechen eine deutliche Sprache. Österreichs Fußball-Nationalmannschaft nimmt in der jüngsten Weltrangliste Platz 37 ein, die Auswahl von Liechtenstein ist erst weit unten in der Rangliste zu finden, an der 145. Stelle. In den Duellen des großen Nachbarn mit dem kleinen heißt es 5:0 mit einem Torverhältnis von 24:0. Doch als Schlachtopfer sehen sich die vorwiegend Amateurkicker des Fürstentums für das WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch in Innsbruck dennoch nicht. Sie haben in ihrer erst 19jährigen Länderspielgeschichte schon einige Teams geärgert.

1:0 vom Oktober sollte Warnung sein
Darunter auch die Österreicher. Der äußerst magere 1:0-Sieg am 7. Oktober von Vaduz ist noch in schlechter rot-weiß-roter Erinnerung. Für die Liechtensteiner natürlich in guter. Der große Bruder kocht halt auch nur mit Wasser, zumindest auswärts. Daheim haben die Hasler, Zech und Co aber auch schon anderen ein Bein gestellt, wie die Unentschieden in Bewerbsspielen gegen Irland oder Ungarn und ein freundschaftliches gegen Bosnien demonstrieren.

Dass alle drei Spiele 0:0 endeten, zeigt allerdings doch auch die Harmlosigkeit der Liechtensteiner vor dem gegnerischen Tor ebenso wie die Tatsache, dass sie in bisher 47 Länderspielen nur zwölf Tore (bei 189 kassierten) erzielt haben. Hinten mit (fast) allen Männern (physisch, läuferisch, konditionell haben sie gewaltig aufgeholt) "zumachen" und vorne nehmen, was der liebe Gott so schickt. Bisher war er nicht sehr großzügig. Sieht man vielleicht von dem 2:0 gegen China (1982) und dem 2:1 gegen Aserbaidschan (1998) ab.


Die größte Hoffnung der "fürstlichen" Liechtensteiner heißt Mario Frick und ist 26 Jahre alt. Der Stürmer ist vom Schweizer Meister FC Zürich zum italienischen C-Klub Arezzo gewechselt und hat für diesen schon 13 Saisontore geschossen. Mit drei Treffern ist er übrigens auch Schützenkönig seiner Nationalelf. Doch weit wichtiger als die meist einsame Sturmspitze sollte ja müsste am Mittwoch Peter Jehle sein, der erst 19-jährige Tormann, nach der Verletzung des Standardkeepers erste Wahl bei den Grasshoppers.

Meistbeschäftigter Goalie Europas
Er ist trotz des Abwehrwalls vor ihm einer der am meisten beschäftigten Teamtorhüter Europas. Aber in vier Spielen der WM-Gruppe sieben musste er erst elf Mal hinter sich greifen. So viele Verlustttore gab es für Liechtenstein früher auch schon mal in einem einzigen Match.

"Das ist das Stärkste, das wir haben", meinte Liechtensteins Trainer Loose über sein Aufgebot, in dem nur der vom Team zurückgetretene Thomas Hanselmann fehlt. Der (gute) Nachwuchs, der dem recht erfolgreichen Unter 17-Team entwachsen ist, wäre noch nicht so weit. "Es erwartet uns eine schwere Aufgabe, dennoch hoffen wir, dass wir eine gute Leistung bieten können", so der Deutsche, der die Ausfälle im ÖFB-Team nicht überbewerten will, aber das Fehlen von Leuten wie Didi Kühbauer schon ewähnenswert hält.

23.4.2001 13:50