Hasim Rahman will erst in einem Jahr antreten

Vorgestern noch unbekannt, dann war "The Rock" Rahman in aller Munde. Lennox Lewis geschlagen als 20:1 Aussenseiter. Jetzt will sich "der Fels" rar machen. Oder fürchtet er den Zorn von Lennox?
US-Profiboxer Hasim Rahman lässt Lennox Lewis zappeln. Nach seinem Sensationssieg im WM-Kampf nach IBF-, WBC- und IBO-Version gegen den Briten am Sonntag in Johannesburg gesteht der neue Champion seinem Vorgänger vermutlich erst in einem Jahr einen Retourkampf zu. "Wir werden wohl eine freiwillige Titelverteidigung machen. Danach, wenn Lennox will, könnte er dran kommen", meinte Rahman-Manager Stan Hoffman heute Montag.
Retourkampf in Vertrags-Klausel
Rahman hatte Lewis in der fünften Runde des Kampfes entscheidend in den Ringstaub geschickt. Hat es Lewis schon geahnt? Jedenfalls hat er sich durch eine Klausel im Vertrag den Anspruch auf Revanche garantieren lassen. "Der Kampf sollte laut Kontrakt zwar innerhalb von fünf Monaten stattfinden. Aber in Anbetracht der Verhandlungen, die wir führen müssen, dauert das schon ein Jahr. Wenn Lennox den Fight will, wird er das akzeptieren", so "Rock" Manager Hoffman.
Auch gegen Tyson kein Kampf
Einen Kampf gegen Mike Tyson noch vor dem Duell mit Lewis schloss Hoffman aus. "Die erste Titelverteidigung möchten wir in drei bis vier Monaten machen. Ein Fight gegen Tyson wäre in dieser Zeit nicht zu organisieren. Und danach wäre Lewis an der Reihe." In weitere Ferne scheint nun auch ein Aufeinandertreffen von Tyson und Lewis gerückt. Tysons nächster Kampf steigt im Juni in Washington gegen den Nigerianer David Izon.
US-Profiboxer Hasim Rahman ist seit gestern Schwergewichts-Weltmeister nach WBC-, IBF- und IBO-Version. Der 28-jährige und 1,89 m große Außenseiter schlug den 35-jährigen Titelverteidiger bereits nach 2:32 Minuten der fünften Runde k.o.
"The Rock" schlug zu, als Lewis Hände senkte
Bis zur fünften Runde hatte Lewis den Kampf klar kontrolliert, doch dann feuerte der bisher weitgehend unbekannte Hasim "The Rock" Rahman just in dem Moment, als Lewis für einen Moment seine Hände senkte, eine mächtige Rechte ins Gesicht seines Gegners. Lewis spürte für eine Minute seine Beine nicht mehr und wurde ausgezählt. "Ich kann es nicht glauben. Das war ein Lucky Punch", winselte Lewis nach dem Fight. Und auch der bekannte Trainer Emmanuel Steward meinte: "Lennox hat nichts falsch gemacht. Aber im Boxen genügt eben schon ein Schlag, um einen Kampf zu entscheiden."
Sieg vorhergesagt
Rahmans Manager Stan Hoffman sah es natürlich anders. "Ich habe ja in den vergangenen Wochen mehrmals prophezeit, dass Hasim spätestens in der sechsten Runde durch K.o. gewinnen wird. Im Vorfeld des Kampfes war darüber spekuliert worden, dass dem britischen Titelverteidiger vielleicht seine späte Anreise in die 1.753 m hoch gelegene südafrikanische Metropole zum Verhängnis werden könnte. Im Gegensatz zum US-Amerikaner, der schon vier Wochen vor dem großen Tag in Südafrika eingetroffen war, kam Lewis nämlich erst vor 14 Tagen in Johannesburg an.
