Samstag, 28. April 2001

Bei Protesten gegen Manöver der US-Marine

Die US-Militärpolizei hat in Puerto Rico mehrere Dutzend Demonstranten festgenommen, die gegen Manöver der amerikanischen Marine protestierten. Dabei seien drei Menschen durch Schusswaffen leicht verletzt worden, berichtete die örtliche Zeitung "Nuevo Dia" am Samstag.

Es habe sich um eine Art Schrotmunition gehandelt, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Augenzeugen. Etwa 400 Menschen versuchen seit Donnerstag, den Abwurf von Bomben zu Übungszwecken auf der Insel Vieques zu verhindern und fordern die Schließung des US-Truppenübungsplatzes auf der Insel.

Amerikanische Marineeinheiten hatten ihr Manöver am Freitag begonnen, kündigten jedoch für Sonntag überraschend eine Unterbrechung der Übungen an. Die Demonstranten machen geltend, die Bombenabwürfe würden die Gesundheit der etwa 9000 Bewohner der Insel gefährden. Amerikanische Militärs betonten jedoch, es bestünden keine Gefahren für Zivilisten und die Manöver seien unverzichtbar.

Amerikanische Militärs nutzen die Insel seit etwa 60 Jahren für Manöver. Seitdem 1999 ein Wachmann versehentlich durch eine Bombe getötet worden war, versucht Puerto Rico ein Ende der Übungen durchzusetzen. Auch der Erzbischof der Hauptstadt San Juan, Roberto Gonzalez Nieves, bat die US-Marine, die Manöver zu beenden.

Puerto Rico liegt im Bereich der Westinidischen Inseln und ist ein mit den USA assoziierter Staat. Die Bewohner sind zwar Bürger der USA, dürfen bei Wahlen aber nicht abstimmen. Die Inseln verfügen über volle innere Autonomie, die Außen- und Sicherheitspolitik wird jedoch von Washington bestimmt.

28.4.2001 16:26