Fatah kündigt weitere Gewaltakte an

Die israelische Armee hat am Samstag palästinensische Gebiete bei Beit Hanoun im Norden des Gaza-Streifens beschossen. Von dort aus waren nach Militärangaben zuvor Granaten auf jüdische Siedlungen abgefeuert worden.
Israelische Truppen hatten in der vergangenen Woche diese Teile des palästinensischen Selbstverwaltungsgebiets kurzfristig wieder besetzt. Ranghohe israelische und palästinensische Sicherheitsexperten waren am Freitag in Gaza und im Westjordanland zusammengetroffen, um Schritte zur Eindämmung der Gewalt zu erörtern. Vereinbart wurden weitere Treffen am Sonntag.
Fatah gibt Angriffe zu
Die Fatah-Organisation von Präsident Yasser Arafat hat sich zu Angriffen im Rahmen der so genannten Al-Aksa-Intifada bekannt. Die Fatah erklärte in einem Schreiben, das am Samstag der französischen Nachrichtenagentur AFP in Gaza übermittelt wurde, sie habe Mörserangriffe auf jüdische Sieldungen im Gaza-Streifen verübt. Dies sei die Reaktion auf das "abscheuliche Verbrechen, bei dem vier unserer Helden in Rafah getötet wurden". Die stärkste PLO-Teilorganisation kündigte weitere Gewalttaten an. Sie könne nicht schweigen "angesichts der zionistischen Verbrechen", auch wenn sie sich bisher an die Anordnung Arafats gehalten habe, den Beschuss israelischer Ziele zu unterlassen.
Bei einer Bombenexplosion in Rafah an der ägyptischen Grenze waren am Mittwochabend drei erwachsene Fatah-Mitglieder und ein 14-Jähriger getötet worden, sechs weitere Palästinenser wurden verletzt. Die palästinensische Führung beschuldigte Israel, die Palästinenser gezielt "ermordet" zu haben, und bekräftigte die Forderung nach "internationalem Schutz" für die Palästinenser gegen den israelischen "Terrorismus".
Ägyptens Präsident Mubarak trifft Sharon
Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat am Samstag früher als geplant seinen dreitägigen Besuch in Russland beendet. Mubarak soll am Sonntag in Kairo den israelischen Außenminister Shimon Peres treffen, der ihm die israelische Haltung zur ägyptisch-jordanischen Friedensinitiative erläutern wird. Der von den USA unterstützte Plan Mubaraks und des jordanischen Königs Abdullah II. sieht einen Baustopp für jüdische Siedlungen in den Palästinensergebieten, die Aufhebung der Blockaden und die Wiederaufnahme von Verhandlungen über einen definitiven Friedensvertrag vor.
Israels Ministerpräsident Ariel Sharon hat gefordert, dass der ägyptisch-israelische Vorschlag "nachgebessert" werden müsse. Seine Berater erklärten, der von Ägypten und Jordanien verlangte Baustopp für jüdische Siedlungen sei nicht akzeptabel. Israel fordere außerdem "Garantien und nicht nur Versprechen", dass die Palästinenser einen Waffenstillstand einhalten würden. Arafat hat Änderungen des ägyptisch-jordanischen Vorschlags strikt abgelehnt. Kommunikationsminister Reuven Rivlin von Sharons Likud-Block nannte die Einwilligung Israels, die Initiative Ägyptens und Jordaniens zu diskutieren, lediglich einen "taktischen Schritt". Er gehe davon aus, dass Arafat keine der von Sharon gestellten Bedingungen akzeptieren werde.
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