Freitag, 27. April 2001

FORMAT: SPÖ-Wähler von Gusenbauer nicht begeistert

Da mag sich die SPÖ noch so sehr im Glanze ihres Wiener Wahlsieges sonnen, den Rollenwechsel hin zur schlagkräftigen Oppositionspartei hat sie noch vor sich. Jedenfalls denken die Österreicher so: 76 Prozent sagen in der OGM-FORMAT-Umfrage, die Sozialdemokraten hätten diesen Wechsel noch nicht geschafft.

Bloß 15 Prozent sind gegenteiliger Ansicht (noch deutlicher die Opinion-leader: 91 zu 7 Prozent). Und selbst bei SPÖ-Wählern sind nur 36 Prozent von der absolvierten Positionsänderung überzeugt.

Dennoch bleiben SP-Siege auf Landes- oder Gemeindeebene eine Tatsache. Was jedoch, wie 53 Prozent der Befragten meinen, auf die Schwäche der politischen Konkurrenten zurückzuführen ist – nur 21 Prozent sprechen von einer „guten Arbeit der SPÖ“. Besonders die Grün-Wähler, nämlich 72 Prozent von ihnen, sind der Ansicht, daß die Erfolge der SPÖ aus der Schwäche anderer resultierten.

Gusenbauer kein Wunderwuzzi
Auf Alfred Gusenbauer als Wunderwuzzi sollten Strategen in der Löwelstraße wohl eher nicht vertrauen. Seinen Anteil an SP-Erfolgen stufen nur sechs Prozent als hoch, 39 Prozent als mittel und gar 47 Prozent als gering ein. Selbst bei den Genossen kann Gusenbauer nicht abräumen, denn da wird dessen positiver Einfluß von 18 Prozent als hoch eingeschätzt – aber von 54 Prozent als bloß „mittel“.

27.4.2001 19:27