Treffen von Präsident und Premier

Nach der Parlamentswahl am vergangenen Sonntag beginnen nun in Montenegro die Regierungsverhandlungen. Der Liberale Bund will heute öffentlich seine Forderungen für die Regierungsbeteiligung mit dem Bündnis "Der Sieg ist Montenegros" veröffentlichen.
Die Partei, die im neuen Parlament sechs Sitze haben soll, setzt sich von Anfang an für die staatliche Unabhängigkeit Montenegros ein und wollte die Existenz der Bundesrepublik Jugoslawiens gar nie anerkennen.
Andererseits gibt es bereits Indizien, dass die Koaliton, die einen knappen Sieg davontrug, allzu große Forderungen des potenziellen Bündnispartners nicht in Kauf nehmen wird. Der Gesprächsinhalt eines angeblich nur 15 Minuten dauernden Treffens des montenegrinischen Präsidenten Milo Djukanovic mit dem serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic am Donnerstagabend in Belgrad ist zunächst noch nicht bekannt.
Djindjic, ein alter Freund von Djukanovic, hatte vor der Parlamentswahl in Montenegro wissen lassen, dass Belgrad zur Umwandlung des aktuellen Staates in eine äußerst lose Föderation bereit wäre. Spekulationen über die möglichen Differenzen unter den DOS-Führern im Hinblick auf die Umbildung der Föderation hatte indessen der DOS-Klubchef im serbischen Parlament, Cedomir Jovanovic, energisch bestritten. Die DOS-Führer hielten an ihrem früheren Vorschlag zur Verwandlung des aktuellen Staates in eine "funktionelle" Föderation fest, erklärte Jovanovic.
Präsident Kostunica, der während des montenegrinischen Wahlkampfes besonders heftig von der Regierungskoalition angegriffen worden war, hatte sich ebenfalls für eine "minimale" Föderation eingesetzt. In dem knappen Sieg der Unabhängigkeitsbefürworter sieht er den Wunsch der Montenegriner, bei Jugoslawien zu bleiben.
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