Freitag, 27. April 2001

Uni-Gewerkschaft ist "entsetzt"

"Enttäuscht und entsetzt" über Bildungsministerin Elisabeth Gehrers Ankündigung, das neue Unilehrer-Dienstrecht spätestens am Freitag, in Begutachtung zu schicken, zeigte sich die Vorsitzende der Hochschullehrer-Gewerkschaft, Andrea Eisenmenger-Pelucha.

Der Regierung müsse klar sein, dass sie mit diesem "D'rüberfahren über sozialpartnerschaftliche Gepflogenheiten" einen neuen Weg beschreite "und wir werden uns eine Antwort darauf überlegen müssen".

Die Tendenz geht nicht Richtung Streik
Die Vorsitzende der Bundessektion Hochschullehrer in der Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) will noch heute die weitere Vorgangsweise abklären. Sie macht aber deutlich, dass sie nicht so sehr Richtung Streik - für den sie die Zustimmung der Gewerkschaftsspitze benötigt - tendiert, sondern eher in Richtung Aktionstage, die es ja auch schon in den vergangenen Wochen an den Unis gegeben hat.

Noch immer sind Streitpunkte offen
Die Regierung könne nicht darauf pochen, dass die Gewerkschaft zu einzelnen Punkten zugestimmt habe. "Alle unsere Angebote haben ein Gesamtpaket betroffen", sagte Eisenmenger-Pelucha. Nach den heute präsentierten Details des neuen Dienstrechts seien aber nach wie vor zwei Streitpunkte offen: So hätten rund 1.500 Assistenten in einem derzeit befristeten Dienstverhältnis "keine Zukunftsperspektive", nach Auslaufen ihrer vierjährigen Verträge müssten sie sich neu bewerben.

Nach sechs Jahren keine Verlängerungsmöglichkeit
Darüber hinaus gäbe es im neuen Dienstrecht für Uni-Assistenten keine durchgängige Karriere. Nach Ablauf der geplanten sechsjährigen Verträge gebe es keine Möglichkeit zur Verlängerung. Die von der Regierung angebotenen unbefristeten Verträge für Systemerhalter seien nicht das, was die Gewerkschaft wolle.

Für Eisenmenger-Pelucha bedeutet das "eine Katastrophe für die universitäre Entwicklung". Das sei keine Förderung der Jugend, wenn die Leute dann mit 35 oder 40 Jahren auf der Straße stünden.

27.4.2001 17:32