Dienstag, 24. April 2001

China gegen Waffenverkäufe

Die USA wollen vorerst keine mit dem Waffensystem "Aegis" bestückten Zerstörer an Taiwan liefern. US-Präsident Bush werde Taiwan jedoch den Verkauf von vier Zerstörern vom Typ "Kidd", zwölf Anti-U-Boot-Flugzeugen vom Typ "P-3 Orion" und acht U-Booten anbieten, hieß es.

Bush wolle auf diese Weise das strategische Gleichgewicht in der Region wiederherstellen, das durch eine Aufrüstung von Seiten Chinas gestört worden sei.

Zuvor hatte sich schon US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gegen den Verkauf der High-Tech-Waffen an Taiwan ausgesprochen. Es war erwartet worden, dass Bush den Empfehlungen seines Verteidigungsministers folgt. Der geplante Verkauf von "Aegis" war in China heftig kritisiert worden. China ist seit über 50 Jahren geteilt. Die Volksrepublik betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz.

Verkauf von "Aegis"-Systems noch nicht vom Tisch
Der Verkauf des "Aegis"-Systems sei noch nicht vom Tisch, hieß es weiter. Zum jetzigen Zeitpunkt solle das strategische Gleichgewicht jedoch mit anderen Mitteln wieder hergestellt werden. China hatte auch den Verkauf von "Kidd"-Zerstörern kritisiert. "Kidd"-Zerstörer verfügen über eine weniger moderne Luftabwehrtechnik als die von Taiwan angeforderten "Arleigh Burke"-Zerstörer, die mit "Aegis" bestückt werden können. "Aegis" ist ein Waffensystem, das auf der Grundlage modernster Radartechnik mehrere Ziele gleichzeitig ausmachen und bekämpfen kann.

Derzeit wird daran gearbeitet, "Aegis" auch für die Abwehr von Mittelstreckenraketen verwendbar zu machen. China hatte wiederholt davor gewarnt, dass der Verkauf hochmoderner Waffensysteme an Taiwan den Beziehungen zwischen China und den USA Schaden zufügen könne.

24.4.2001 08:13