Vorerst aber kein Termin für Hofübergabe

Durch die Entscheidung des Tiroler VP-Landesparteivorstandes vom Montagabend ist VP-Landesparteichef, LHstv. Ferdinand Eberle (51) zwar nun auch offiziell Nachfolger des amtierenden Landeshauptmannes Wendelin Weingartner (64). Einen konkreten Termin für die Hofübergabe gibt es aber vorerst nicht.
Weingartner hatte zuletzt wiederholt betont, nicht amtsmüde zu sein. Die laufende Legislaturperiode des Landtages endet erst im Jahr 2004.
Mit der gemeinsamen Erklärung des Parteivorstandes und der einstimmigen Entscheidung, Eberle zum Weingartner-Nachfolger auch offiziell zu küren, wollte die Mehrheitspartei nach den zum Teil öffentlich ausgetragenen Schlagabtäuschen wieder Einigkeit demonstrieren. Die Mitglieder des Parteigremiums erklärten, dass der Zeitpunkt der Übergabe "so zeitgerecht erfolgen solle, dass Eberle als neuer Landeshauptmann die Möglichkeit habe, in dieser Legislaturperiode das Land entsprechend zu gestalten". Wie es in der Erklärung weiter hieß, soll Eberle Gelegenheit dazu erhalten, das Land zu repräsentieren und seine Vorstellungen für die Zukunft Tirols zu verwirklichen. Der Zeitpunkt der Amtsübergabe werde von Weingartner und Eberle "umgehend gemeinsam festgelegt".
Mit Ferdinand Eberle (51) steht seit vergangenen Juli wieder ein gelernter Landwirt an der Spitze der Tiroler Volkspartei. Der Landesregierung gehört er seit 1989 an, seit 1994 ist er Landeshauptmannstellvertreter.
Lebenslauf
Geboren wurde Eberle am 10. Juni 1949 in Breitenwang im Tiroler Außerfern. Nach der Volksschule wechselte er in die landwirtschaftliche Berufsschule in seinem Geburtsort. Als einziger Sohn übernahm er den elterlichen Hof in Heiterwang.
Seine politische Karriere startete Eberle im VP-Bauernbund. 1974 wurde der damals 25-jährige Ferdinand Eberle zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde gewählt. 1987 wurde Eberle Abgeordneter zum Tiroler Landtag. Nach eineinhalbjähriger Landtagstätigkeit holte ihn 1989 der damalige Landeshauptmann Alois Partl als Landesrat in die Regierung. Seit der Landtagswahl 1999 ist Eberle unter anderem für die Bereiche Landesfinanzen, Land- und Forstwirtschaft, Gewerbe und Industrie zuständig. Zu den Schwerpunkten seiner Tätigkeit zählten bisher unter anderem die Neugestaltung der Bestimmungen in der Raumordnung und im Grundverkehr sowie die Realisierung des Tiroler Anteiles des Nationalparks Hohe Tauern.
Eberle ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Der Hof in Heiterwang wird mittlerweile von der Frau Eberles und seinem Sohn geführt.
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