FPÖ will Causa im Parlament behandeln

Baustelle Krankenhaus, mehr Fotos: Diashow
Schon vor 2 Wochen hat NEWS-Networld den Skandal aufgedeckt: Im Lainzer Krankenhaus wird gezimmert, gestemmt und neuerdings auch ausgemalt - mitten unter den Patienten. Jetzt - 14 Tage später - gehen die Bauarbeiten ungebremst weiter, die 1. Chirurgie ist dran. Gesundheits-Stadträtin Pittermann fordert von Lainz eine Erklärung. Der FPÖ-Klub bereitet eine parlamentarische Anfrage vor...
Ein Patient, dem vor zwei Wochen ein Bein amputiert wurde, bestätigt, dass die ganze Station der II. Chirurgie nach Terpentin stinkt. Offensichtlich wurden die Patienten entgegen der Behauptungen des ärztlichen Leiters des KH-Lainz Prim. Dr. Gschnait weder verlegt, noch wurde der Pavillon 16 gesperrt. Dem nicht genug, beginnen jetzt an der I. Chirurgie die Fenstertausch-Arbeiten.
"Habe Angst um meine Mutter!"
Der Familie Arnhof, die vor zwei Wochen die NEWS-Networld Redaktion von dem Skandal informierte, wird das KH Lainz wohl noch lange in böser Erinnerung bleiben. Jetzt liegt Herrn Arnhofs Mutter nach einer Herzklappen-Operation im Spital, und ausgerechnet auf ihrer Station beginnt man nun mit dem staubigen und lärmenden Fenster-Tausch. Verbittert meint Hugo Arnhof: "Ich habe Angst um meine Mutter und am liebsten würde ich alle verklagen!"
Causa Lainz soll ins Parlament
Zwischen dem Büro der Gesundheits-Stadträtin Pittermann und dem KH-Lainz laufen in der Zwischenzeit die Telefone heiß. Hörte man am Anfang aus dem Büro der Gesundheitsstadträtin noch "da ist eh nix passiert." So hat sich inzwischen die Einstellung zum Problem gewandelt. Dr. Elisabeth Pittermann: "Man hätte die Arbeiten verschieben müssen. So kann man mit Menschen nicht umgehen!" Das Krankenhaus Lainz behauptet nach wie vor man befände sich in einer Notlage, man wolle nicht, dass Patienten am Gang schlafen. Die Qual der Wahl: Gang oder Baustelle? Der Causa hat sich jetzt auch die Wiener FPÖ angenommen. Neo-Abgeordneter Heinz Strache will die Sache ins Parlament bringen.
Als die Bauarbeiter kamen
Beim Interview mit einem Redakteur von NEWS Networld schilderte Hugo Arnhof bereits vor Ostern das Unglaubliche (Fotos dokumentieren den Skandal): In seinem Zimmer war er nur durch einen porovisorisch angeklebten Plastik-Vorhang (Foto) von Bauarbeitern getrennt, die alte Fenster herausrissen und Neue einsetzten. "Gekommen sind die Arbeiter um 7.30 Uhr, dann wurde gestemmt, gebohrt und Mörtel angerührt", berichtete er. Der 39-Jährige Wiener klagt noch immer über Halsschmerzen, die der Kalk und die Zugluft hinterlassen haben. "Eigentlich sollte ich noch Infusionen bekommen, aber ich wollte lieber nach Hause. Hier kann ich in Ruhe gesund werden..."
Oropax für Patienten
Die fleissigen Handwerker kamen seit 9. April jeden Tag. Pünktlich um 7.30 Uhr und hämmerten und stemmten sie bis etwa 17.00 Uhr mit Schlagbohreren und Stemmeisen. Zimmer für Zimmer arbeitet sich der Bautrupp im Pavillon 16 durch die Durchgangs-Zimmer auf der Station 2B.
"Der Arzt, der Visite machte bat die Bauarbeiter um Ruhe, weil er die Patienten nicht hören konnte!", bezeugt Herr H. gegenüber der NEWS-Networld. In weiterer Folge wurden dann Oropax an die Patienten verteilt um den Lärm-Terror zu mindern!
"Man kann keine ganze Station absiedeln"
Der ärztliche Leiter des KH-Lainz, Prim. Dr. Fritz Gschnait bestätigte zwar die "außerordentliche Staubbelästigung" am Pavillon 16, führte vor zwei Wochen jedoch an, dass man nicht eine ganze Station absiedeln könne. "Wir hatten besonders am Mittwoch eine Not-Situation. Acht chirurgische Aufnahmen sind mit der Rettung gekommen. Hätte ich die wegschicken sollen? Ich wollte auch nicht, dass jemand auf dem Gang schläft." Das betroffene Patienten-Zimmer sei durch einen "Staubvorhang" ohnehin von den Renovierungsarbeiten getrennt gewesen. "Dass es Unannehmlichkeiten gab, war unvermeidlich, wir haben aber bei den Patienten für Verständnis gebeten", ist Dr. Gschnait überzeugt alles richtig gemacht zu haben. Jetzt geht das Chaos weiter. Vor Ostern mussten entgegen der Behauptungen von Dr. Gschnait Patienten am Gang untergebracht werden, neben Scheibtruhen und zerschnittenen Fenstern. Jetzt steht das Chaos der I. Chirurgie ins Haus. Krankenschwestern, die Bauarbeiter-Schutt wegräumen und Patienten, die mit Oropax beruhigt werden.
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