Ganz Japan freut sich auf lang ersehnten Nachwuchs

"Zeichen einer Schwangerschaft" - ganz Japan wartete auf diese Nachrichte. Nun ist es endlich so weit, Kronprinzessin Masako ist tatsächlich schwanger. Wenn es ein Bub wird, dann hat Japan seinen ersten möglichen Thronfolger seit mehr als drei Jahrzehnten.
Mit Freude hat Japan auf die Ankündigung reagiert, Kronprinzessin Masako erwarte möglicherweise ein Kind. Der Palast in Tokio teilte am Montag in einer kurzen Pressekonferenz mit, die 37-jährige Gemahlin von Kronprinz Naruhito (41) zeige Zeichen einer Schwangerschaft. Es gehe ihr gut. Der Geburtstermin sei Ende November oder Anfang Dezember, hieß es.
Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko sowie Ministerpräsident Yoshiro Mori begrüßten die Nachricht. Fernsehsender berichteten in Sondersendungen über die mögliche Schwangerschaft, Zeitungen planten Extraausgaben. "Das sind sehr gute Neuigkeiten", sagte ein Sprecher Moris. Die Regierung wolle jedoch gemeinsam mit der Öffentlichkeit die Situation still verfolgen.
Prinzessin hat bereits eine Fehlgeburt hinter sich
Die Ex-Diplomatin Masako Owada ist seit 1993 mit dem Thronfolger verheiratet; sie erlitt im vergangenen Dezember eine Fehlgeburt. Damals waren die Verantwortlichen im Ministerratspräsidium kritisiert worden, weil sie die Schwangerschaft sehr früh angekündigt und damit ein riesiges Medieninteresse ausgelöst hatten. Die Kritik von damals erklärt, warum die Mitteilung diesmal vorsichtig formuliert war. Eine formale Ankündigung solle es erst geben, wenn absolut kein Zweifel mehr bestehe, sagte ein Beamter des Palastamtes.
Japan, die älteste Erbmonarchie der Welt, sorgt sich seit Jahren um die Thronfolge. Nach den Erbfolgegesetzen kann nur ein männlicher Nachkomme der Hauptlinie des Herrscherhauses den Thron besteigen. Der jüngere Bruder des Kronprinzen hat zwei Töchter, aber keinen Sohn.
Doch nicht "Tote Hose" beim japanischen Kronprinzen
Im Februar hatte ein Titelbild des Magazins der "Süddeutschen Zeitung", das den Kronprinzen als nicht zeugungsfähig präsentierte, heftige Proteste in Japan ausgelöst. Die Beilage der SZ hatte in einer Fotomontage über der Hose des Thronfolgers in gelber Schrift die Worte "Tote Hose" gedruckt.
Kaiser Akihito (67), der 125. Tenno in der seit 660 v. Chr. ununterbrochenen HerrscherLinie, hatte nach dem Tod seines Vaters Hirohito im Jänner 1989 den Chrysanthementhron bestiegen und seine Regentschaft unter die Devise "Heisei" (Vollendung des Friedens) gestellt. Als Thronfolger hatte er gegen heftigen Widerstand von Hof und Hochadel mit der Tradition gebrochen und 1959 die christlich erzogene Bürgerliche Michiko Shoda, Tochter eines Großunternehmers und Mühlenbesitzers, geehelicht.
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