Zeichen stehen mehr denn je auf Erholung

Mehr denn je stehen die Zeichen am US-Aktienmarkt nunmehr auf "Erholung", finden die Aktienexperten der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien. Getragen von merklichen Stimmungsverbesserungen in einigen der am schlimmsten gebeutelten Branchen im Technologiebereich habe auch der breite Markt profitieren können.
Stützend wirke sich derzeit auch das konjunkturelle Umfeld aus. "Entspannung an der Inflationsfront gepaart mit möglichen Hinweisen auf eine Bodenbildung der Konjunkturentwicklung lassen uns zuversichtlicher in Richtung 2. Halbjahr blicken", so die RZB-Experten.
An den internationalen Börsen kam es in der abgelaufenen Woche zu einer allgemeinen Erholung. Am Mittwoch hatte die US-Notenbank Federal Reserve mit ihrer überraschenden Leitzinssenkung um 0,50 Prozentpunkte - die vierte in diesem Jahr - für ein Kursfeuerwerk an den US-Börsen gesorgt. Im Wochenvergleich zog der Nasdaq Composite Index um 9,9 Prozent an, der Dow Jones Industrial verbesserte um 4,5 Prozent.
Die Kurserholungen an den europäischen Märkten haben sich in Reaktion auf die Kursgewinne in den USA aber relativ verhalten gezeigt, der Frankfurter Dax verbesserte knapp 2 Prozent, der breite Neue Markt Index Nemax stieg um 7,6 Prozent. Darüber hinaus trugen in der abgelaufenen Woche diverse, teilweise über den Erwartungen gelegene Unternehmensmeldungen zu einem allgemein guten Stimmungsbild bei. Zum Wochenschluss blieben jedoch Anschlusskäufe aus.
Weitere Ergebnismeldungen in kommenden Tagen
Im Mittelpunkt des globalen Anlegerinteresses in den kommenden Tagen werden laut den Aktienexperten der Erste Bank weitere Ergebnismeldungen großer US-Unternehmen stehen. Die jüngsten Kursausschläge an der US-Technologiebörse Nasdaq hätten gezeigt, dass der bis Anfang April im Markt befindliche Pessimismus übertrieben war. Die Unternehmensgewinne für das erste Quartal werden summa summarum zwar eher schlecht ausfallen, auf Grund der bereits niedrigen Erwartung - 37 Prozent Gewinnrückgang für den gesamten Technologiesektor - sollte der Markt aber kaum mehr enttäuscht werden. Die RZB-Empfehlung für den Dow Jones Industrials lautet auf Halten, für die Nasdaq auf Kaufen.
Hohe Teuerungsrate gegen Zinssenkung
Die Ergebnisse von Philips und SAP hätten gezeigt, in welch unsicherem Umfeld sich die europäischen Technologiewerte befinden, meinen die RZB-Aktienexperten. Das Gros der Analysten sei sich offenbar unklar darüber, ob der negative Gewinntrend aus den USA auch die europäischen Tech-Werte trifft. Am europäischen Aktienmarkt dämpfe zudem die weiterhin hohe Teuerungsrate die aufgekommene Fantasie auf eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB).
Da die Berichtssaison in Europa jetzt erst langsam anlaufe, sei das Risiko neue Gewinnenttäuschungen zu erleben, hier größer, heißt es. Die RZB favorisiert deshalb US-Technologieunternehmen. Die Empfehlung für europäische Aktienmärkte lautet mit Ausnahme des Amsterdamer Börseplatzes deshalb nur auf Halten. Sie empfiehlt in Schwächephasen Finanz- und Technologietitel zum Kauf. Am Neuen Markt rechnen Experten in der kommenden Woche nach dem jüngsten rasanten Anstieg mit Gewinnmitnahmen.
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