Wann muss Sundt seinen Sessel räumen?

Telecom Italia Chef Roberto Colaninno bestätigte gegenüber der Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" die Ablöse von Heinz Sundt, dem Vorstandsvorsitzenden der Telekom Austria. Ausserdem hat er Appetit auf mehr: Die Italiener wollen die Aktienmehrheit!
Colaninno meinte: "Der Aufsichtsrat wird einen Generaldirektor ernennen, mit dem wir und die Regierung einverstanden sind". Die TI ist so Colaninno auch bereit, den Anteil an der TA aufzustocken, sollte sich die österreichische Regierung, die über die ÖIAG noch 47,8 Prozent an der TA hält, zu einer Reduzierung ihrer Beteiligung entschließen. "Wenn sich die Regierung zu einer Senkung ihrer Beteiligung beschließt, sind wir bereit, unsere zu steigern, natürlich wenn es möglich ist. Österreich bleibt für uns strategisch wichtig, weil es ein Tor in Richtung Mitteleuropa ist", betonte Colaninno.
Treffen mit Grasser und Johannes Ditz
Colaninno bestätigte, dass er Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) sowie ÖIAG-Vorstand und TA-Aufsichtsratsvorsitzenden Johannes Ditz getroffen habe. "Wir haben uns über eine Führungsstrategie geeinigt, die uns mehr miteinbezieht. Wir planen künftig monatliche Treffen, um die Unternehmensperformance zu messen. Die Geschäftsergebnisse werden auch künftig öfter im Aufsichtsrat zur Sprache kommen", sagte Colaninno.
Der Telecom Italia-Chef will außerdem die ausländischen Interessen seiner Gruppe erweitern und dabei auf lokale Manager setzen. "Die internationalen Aktivitäten unserer Gruppe werden tiefgreifend geändert. Alle Mobilfunkbetreiber sind bereits unter der Kontrolle von TIM (der Mobilfunktochter der Telecom Italia, Anm.). Jetzt müssen wir lernen, jedes Land auf lokaler Ebene zu verwalten und die Strukturen zu entbürokratisieren. Der Erfolg einer Telekommunikationsgruppe hängt vom menschlichen Kapital ab. Man kann nicht alles aus Rom leiten", sagte Colaninno.
"Im Ausland soll jede Gesellschaft in vollkommener Autonomie arbeiten können. Dies bedeutet, dass man dem Management starke operative Autonomie sichern muss", so Colaninno. Das Interesse der Gesellschaft werde sich hauptsächlich auf Europa und Südamerika konzentrieren.
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