Briten hoffen auf einen guten Sommer

Großbritannien rechnet als Folge der Maul- und Klauen-Seuche (MKS) mit deutlichen Umsatzeinbußen im Tourismusjahr 2001. In den Niederlanden sagten über Ostern einige Besucher ihren Urlaub ab. Die Tourismus-Zentralen hoffen aber, dass das Schlimmste vorbei ist. Und dass es zumindest im Sommer keine Einbußen mehr geben wird.
In MKS-freien Ländern ist die Seuche touristisch jedoch kein Thema. "Es gibt bisher keine Auswirkungen auf den Tourismus", hieß es in Österreichs größtem Tourismuskonzern, dem Verkehrsbüro, auf APA-Anfrage.
Der britische Tourismusverband rechnet im laufenden Jahr mit Einbußen von mindestens zehn Mrd. DM (5,11 Mrd. Euro/70,4 Mrd. S), sagte eine Sprecherin des britischen Fremdenverkehrsamtes der Zeitschrift "Focus Money". Bei einem Drittel der Hotels hätten sich die Buchungen um 25 Prozent reduziert. Bei 14 Prozent der Unterkünfte seien nur halb so viele Buchungen eingegangen wie im Vorjahr.
Auch Holland stark betroffen
In den Niederlanden gab es über Ostern weniger Gäste und weniger Übernachtungen, sagten Tourismusexperten. Genaue Zahlen liegen nicht vor. Allerdings sei auch das Wetter schlecht gewesen. Wegen MKS ist aus den Niederlanden die Ausfuhr von frischen Lebensmitteln verboten. Dies wird an der Grenze kontrolliert, was bereits zu langen Autoschlangen geführt hat. Wer einen Urlaub etwa auf einem von MKS-betroffenen Bauernhof in den Niederlanden gebucht und bezahlt hat, hat keinen Anspruch auf Rückerstattung. Im allgemeinen sei man aber kulant und biete Ersatz in Form eines späteren Urlaubs an, versicherten Sprecher der Branche.
Deutsche kümmert MKS kaum
Deutsche Urlauber scheinen sich wegen MKS keine Sorgen zu machen. Der Deutsche Reisebüro Verbandes in Berlin wusste von keinen abgesagten Reisen ins Ausland. In den meisten Fällen sei MKS auch kein Stornierungsgrund, da die Seuche keine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstelle, sagte Sprecherin Sibylle Zeuch. Einige Reisende hätten sich lediglich nach Ein- und Ausfuhrbestimmungen von Lebensmitteln erkundigt, berichtete der Verband.
"Nicht die geringsten Auswirkungen" hat MKS auf Urlaube in Deutschland. "Bei uns gibt es doch kein MKS", sagte eine Sprecherin der Deutschen Zentrale für Tourismus in Frankfurt. Also könne es auch keine Auswirkungen geben. Auch der Tourismuskonzern C&N konnte von keinen Auswirkungen berichten.
So gut wie keine Auswirkungen gibt es in anderen MKS-freien Ländern wie Italien oder Spanien - weder bei der Ein- noch bei der Ausreise. Im ebenfalls MKS-freien Dänemark erkundigen sich die Urlauber in Reisebüros vor allem über die Bestimmungen zum Mitbringen von Nahrungsmitteln und Haustieren. Abbestellungen oder rückläufige Besucherzahlen habe es aber nicht gegeben.
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