Freitag, 20. April 2001

Massive Kündigungen bei Nortel und Ericsson

Der kanadische Telekomausrüster Nortel Networks Corp. will bis Mitte dieses Jahres insgesamt 20.000 Stellen streichen. Dies teilte die Gesellschaft am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Das sind rund 21 Prozent der Gesamtbelegschaft. Und auch Ericson plant großzügigen Stellenabbau.

Ursprünglich wollte Nortel nur 15.000 Mitarbeiter nach Hause schicken, doch hat das Unternehmen jetzt die Entlassungsaktion ausgeweitet.

Nortel gab außerdem bekannt, dass im ersten Quartal 2001 ein Verlust von 2,58 Milliarden Dollar (2,92 Mrd. Euro/40,2 Mrd. S) verbucht wurde, gegenüber roten Zahlen in Höhe von 730 Millionen Dollar in der Vorjahresvergleichszeit. Der Umsatz ging leicht auf 6,18 Milliarden Dollar zurück, gegenüber 6,32 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2000.

Nach Angaben des Unternehmens wirkten sich die schwerwiegende US-Konjunkturabschwächung und die engen Kapitalmärkte aus. Nortel leidet wie andere Telekom- und Netzwerkausrüster unter der Zurückhaltung der Telefongesellschaften, der in Defensivstellung befindlichen Unternehmenskunden und der Internet-Firmen.

Auch Ericsson setzt Mitarbeiter frei
Auch der angeschlagene schwedische Mobilfunk-Anbieter Ericsson will bis zu 10.000 Stellen streichen und die Zahl seiner Zulieferanten senken. Die am Freitag vorgelegten Quartalszahlen weisen aber einen geringeren Verlust vor Steuern aus als von Analysten erwartet. Seine Jahresprognosen hat der schwedische Telekom-Hersteller aber zum Teil gesenkt.

Der Verlust vor Steuern im ersten Quartal habe 4,9 Mrd. Kronen (543 Mill. Euro/7,47 Mrd. S) betragen, nach einem Gewinn von 6,1 Mrd. Kronen vor Jahresfrist, teilte das Unternehmen am Freitag in Stockholm mit. Der Konzern kündigte am Freitag in Stockholm ein "Effizienz-Programm" an. Dadurch könnten bis zu 10.000 Angestellte ihren Job verlieren. Zudem solle es eine "substantielle Reduzierung" der derzeit rund 15.000 unabhängigen Ericsson-Partner geben. Das schwedische Unternehmen leidet vor allem unter Milliardenverlusten in der Handy-Sparte.

20.4.2001 11:46