Bank Austria gab Aktienpaket um einen Schilling ab

Das Land Burgenland besitzt an der Bank Burgenland nun mehr als 90 Prozent. Die Bank Austria AG, Wien, hat ihr Aktienpaket an der im Vorjahr in arge Kreditturbulenzen geratenen burgenländischen Bank um einen Schilling an das Land abgegeben, allerdings vorbehaltlich der Zustimmung durch das Finanzministerium.
Diese Zustimmung ist nun da. Mit einem jetzt zugestellten Bescheid des Finanzministeriums vom 11. April 2001 wurde der bei der vorjährigen Bank-Burgenland-Sanierung zwischen der Bank Austria und dem Land Burgenland besiegelte "Verkauf" der Aktien aus BA-Besitz rechtswirksam. Dies teilte die EB und Hypo-Bank Burgenland AG heute, Mittwoch, mit.
Die Bank Austria hatte bisher 40,3 Prozent am Stammaktienkapital (Gesamtnominale Stämme: 217 Mill. S oder 15,8 Mill. Euro) bzw. 34,13 Prozent am Gesamtkapital der Bank Burgenland gehalten. Das Land hielt bisher etwas über 50 Prozent am Stammaktienkapital und 42,8 Prozent am gesamten Grundkapital.
Schenkung Teil des Rettungspakets
Die "Schenkung" der BA-Aktienanteile an der Bank Burgenland war Teil eines Rettungspakets, bei dem die Bank Austria als Miteigentümerin im Herbst 2000 der Eisenstädter Bank eine (landesgarantierte) "Finanzspritze" von 1,75 Mrd. S gab, um das Institut vor der drohenden Pleite zu retten.
Zusammen mit der im Sommer eingegangenen Landesgarantie für die Kreditausfälle aus der Hom-Rusch-Affäre und der Ausfallsgarantie für die Rückzahlung des "Bankdarlehens" - zur Bedienung des von der Bank Austria einzuschießenden "Besserungskapitals" - belaufen sich die Haftungen des Landes Burgenland allein für Kreditaltlasten der Bank Burgenland auf deutlich mehr als 4 Mrd. S.
Die Kreditaffäre Howe/Hom-Rusch hat sich bei der Bank Burgenland im Ergebnis 2000 niedergeschlagen: Das Betriebsergebnis sank um 37 Prozent auf 288,5 Mill. S (21 Mill. Euro). Die Bereinigung des Kreditportfolios brachte eine Reduktion der Bilanzsumme von 39,1 auf 37,6 Mrd. S.
Da das Land Burgenland seine "Landesbank" nun fast zur Gänze besitzt, kann auch das Privatisierungsprozedere in Gang kommen. Als Interessenten wurden zuletzt unter anderem Hypos und der Volksbankensektor genannt.
Die "Bank Burgenland" war 1991 aus der Fusion der Landes-Hypothekenbank Burgenland und der damaligen Eisenstädter Bank entstanden. Mit Vorzugsaktien notiert sie im C-Segment der Wiener Börse.
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