Wegen BSE wird Leder in Deutschland knapp

Die deutsche Lederbranche leidet schwer unter den Folgen des Rinderwahns: Rinderhäute werden knapp - und teurer.
Thomas Schröer vom Verband der Deutschen Lederindustrie (VDL) in Frankfurt erklärt: "In Deutschland werden wegen der BSE-Krise einfach zu wenig Rinder geschlachtet."
Vor dem Ausbruch von BSE habe die Branche durchschnittlich bis zu 70 Prozent Häute einheimischer Rinder verarbeitet, sagt VDL-Geschäftsführer Schröer. Doch zum Beispiel in der Thüringer Lederfabrik in Weida bei Gera ist dieser Anteil mittlerweile auf 45 Prozent gesunken, und in Ebelings Gerberei sogar auf 30 Prozent. Dies sei eine Folge der niedrigen Schlachtzahlen bei Rindern, die im Dezember "um die Hälfte eingebrochen" seien, klagt Thomas Schröer.
Tierhäuteum 30 Prozent teurer
Die Häute, die derzeit noch auf den Markt kommen, sind nach Angaben Ebelings um bis zu 30 Prozent teurer geworden. Und derartige Preissteigerungen könne Heller-Leder nicht einfach komplett an die Kunden weitergeben. Verluste seien die Folge.
Zwar werden Rinder zurzeit zu Tausenden getötet, da bisher stets die ganze Herde sterben muss, wenn eines ihrer Tiere an BSE erkrankt ist. Doch auf die Häute der gesunden getöteten Rinder dürfen die Lederproduzenten nicht zurückgreifen. Materialverschwendung sei das, schimpft Schröer. Er rechnet nicht mit einer Lockerung des Verbots: "Am Tierseuchengesetz ist da wohl nicht zu rütteln."
Die Gerbereien behelfen sich mit Importen von Rinderhäuten, nach Verbandsangaben vor allem aus Österreich, der Schweiz, Frankreich und Skandinavien. Engländer und Holländer blieben seit dem Ausbruch von MKS in ihren Ländern auf ihren Häuten sitzen.
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