Libro muss aufräumen

Das Rätselraten um die personelle und strukturelle Neuordnung des zuletzt von Gerüchten und fallenden Aktienkursen gebeutelten Libro-Konzerns wurde am Dienstag nach Ostern fürs erste beendet: Der Finanzvorstand wird ausgewechselt, vor allem das defizitäre Deutschland-Geschäft der börsenotierten Gruppe auf den Prüfstand gestellt.
Im inländischen Filialgeschäft sollen sich Libro und Amadeus künftig noch stärker unterscheiden. Bei Amadeus wird die Expansion gebremst, bei Libro zudem "Personalkosten" reduziert, was auf Personalabbau hindeutet.
Steinbauer neuer Finanzchef
Wie Libro ad hoc mitteilte, wird der frühere Auricon- und Waagner-Biro-Vorstand Werner Steinbauer ab 1. Mai 2001 als Finanzvorstand hauptverantwortlich für den Umbau des Konzerns sein. Er folgt dem bisherigen Finanzchef Johann Knöbl nach, der wie zuletzt erwartet aus dem Vorstand ausscheidet und in die Geschäftsführung von Libro Deutschland wechselt.
Rettberg "back to the roots"
Vorstandsvorsitzender und "Mr. Libro" Andre Rettberg wiederum geht zurück zu seinen Wurzeln und wird sich im Vorstand persönlich um die Neuordnung des Einzelhandelsgeschäfts und die Re-Positionierung von Libro und Amadeus kümmern.
Personalkosten sollen gesenkt werden
Diese Eckpunkte des neuen Konzeptes, mit dem der Konzern wieder in die Gewinnzone geführt werden soll, wurden vergangene Woche in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung abgesegnet. Teil des neuen Konzepts ist die Schließung unrentabler Libro-Filialen und die Reduktion der Personalkosten, hieß es in der Unternehmensinformation.
Der "gefräßigen" Internet-Tochter des Buch- und Medienhandelskonzerns, Lion.cc, wurde bereits strenges Kostenmanagement verordnet. Unter anderem wurde ein Drittel der Lion-Beschäftigten abgebaut. Libro werde zwar den E-Commerce forcieren, jedoch "bei der Schaffung und Vermarktung von Content nicht mehr zur Verfügung stehen".
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