Mittwoch, 18. April 2001

Rapid nach Elferschießen im Halbfinale

Der SK Rapid stieg nach den Ohrfeigen in der Meisterschaft im Cup wie Phönix aus der Asche. Ausgerechnet beim Champions League-Erfolgsklub SK Sturm, der sich auch in der Punktejagd auf die Überholspur begeben hat, schafften die Wiener am Dienstagabend vor 10.572 Zuschauern im Arnold Schwarzenegger-Stadion den nicht von allzu vielen erwarteten Aufstieg ins Halbfinale.

Nach einem 2:2 in 120 Minuten entschied der Rekord-Meister (30 Titel) und 14fache Pokalsieger das Elferschießen mit 4:3 für sich und machte u.a. die Cup-Pleite vom Vorjahr (k.o. in Ranshofen) vergessen.

Der SK Sturm, der sich in Runde drei in der Verlängerung gegen den erfolgreichsten Cupfighter Austria (22 Trophäen) mit 4:2 durchgesetzt hatte, blieb wie schon vor einem Jahr (Endstation in Pasching) vorzeitig auf der Strecke, nachdem er in den Jahren vorher vier Mal das Finale (drei Siege) erreicht hatte. Außerdem müssen sich Vastic, Schopp und Co nun voll auf die Meisterschaft konzentrieren, um den begehrten UEFA-Cup zu schaffen.

Im Elferschießen zeigten die Wiener trotz der "feindlichen Umgebung" die etwas besseren Nerven. Zwar scheiterte der von den Grazer Fans ausgepfiffene Ex-Grazer Roman Wallner an Sidorczuk, doch blieb Maier gegen Schupp Sieger und traf Prilasnig das Tor nicht. Da nützten auch die verwandelten Elfer von Vastic, Schopp und Fleurquin nichts. Für Rapid scorten Schöttel, Wetl, der junge Ivanschitz (mit etwas Glück via Stange) und Rene Wagner.

Die erste nennenswerte Chance hatten die ohne Dejan Savicevic angetretenen Gäste, doch traf Rene Wagner aus spitzem Winkel vorbei (6.). Zwei Minuten später scheiterte Szabics nach Lochpass von Prilasnig noch an Maier, in der 12. Minute gab es für den Tschechen aber nichts mehr zu halten. Der Ungar köpfelte nach Flanke von Ibertsberger und von der Rapid-Abwehr (Ratajczyk) unbehelligt, das 1:0. Der Ausgleich ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Saler versenkte in der 20. Minute eine Vorlage von Rene Wagner volley in die rechte Ecke.

Szabics war auch beim zweiten Sturmtreffer wesentlich beteiligt. Er wurde von Ratajczyk im Strafraum niedergerissen, der Pole, der in der 39. Minute Stürmer Florian Schwarz Platz machen musste, sah gelb und Schopp verwandelte den Elfer zum 2:1 (30.). Einen Vorsprung, den die vor Seitenwechsel besseren Grazer gegen die nach der Pause stark aufkommenden Wiener bis zur 75. Minute hielten. Dann überraschte der Ex-Grazer Roman Wallner den Sturm-Keeper Sidorczuk mit einem Aufsetzer zum 2:2 und revanchierte sich damit für die ihm geltenden Pfiffe von den Rängen.

Vorher hatte sich Sidorczuk gegen Wagner behauptet (52.) und Maier bei einem Kopfball von Fleurquin ausgezeichnet (53.). Der Rapid-Goalie blieb in der 85. auch gegen Vastic Sieger, auf der anderen Seite jagte Schwarz knapp am Tor vorbei (77.).

In der Verlängerung rettete Maier bei einem Schuss von Neukirchner (97.) und gegen Strafner (Kopf/110.) Rapid das Remis, auf der anderen Seite hätte Prilasnig nach einer Flanke von Jazic in der 105. Minute fast ein Eigentor fabriziert, sein Kopfball "verfehlte" aber knapp das Ziel und Wallner jagte in der 116. Minute einen Freistoß knapp über die Latte.

Hundsheim - FC Tirol 2:0 (1:0)
Der FC Tirol steht als erstes Team im Semifinale des österreichischen Fußball-Memphis-Cups. Der Meister und Tabellenführer der max.Bundesliga setzte sich beim Regionalligisten SV Hundsheim vor 3.000 Zuschauern durch Tore von Jezek (28.) und Glieder (58.) mit 2:0 (1:0) durch. Damit wahrten die Tiroler auch die Chance auf ihre achte Cuptrophäe und das erste Double seit 1989.

Admira Wacker - SV Salzburg 2:0 (1:0)
Vorjahres-Finalist SV Salzburg ist am Dienstag im Viertelfinale des österreichischen Fußball-Cups an VfB Admira Wacker Mödling gescheitert. Die Elf von Hans Krankl kam durch einen Kopfball-Treffer von Marcel Oerlemans (13.) und ein Tor von George Datoru (87.) vor 1.500 Zuschauern in der Südstadt zu einem 2:0 (1:0)-Sieg und steht damit erstmals seit 1998 wieder im Semifinale des ÖFB-Pokals.

FC Kärnten - SV Braunau 1:0 (0:0)
Der FC Kärnten hat am Dienstagabend durch einen mühevollen, aber hochverdienten 1:0 (0:0)-Heimsieg über die SV Braunau das Cup-Halbfinale erreicht. Der Fast-Fixaufsteiger sicherte sich damit dank des Goldtors von Hota (76.) eine Prämie von 280.000 Schilling und revanchierte sich damit für die 0:1 Heimniederlage am 5. August. Die Oberösterreicher, die ihr sechstes Match innerhalb von 17 Tagen bestritten, mussten sich mit 120.000 S trösten.


ÖFB-Cup-Viertelfinale

Sturm Graz - Rapid Wien 2:2 (2:1,2:2) n.V., 3:4 i.E.
SV Hundsheim - FC Tirol 0:2 (0:1)
FC Kärnten - SV Braunau 1:0 (0:0)
VfB Admira Mödling - SV Salzburg 2:0 (1:0)

18.4.2001 00:18