Schiedsrichter korrigiert Tor-Entscheidung in der Pause

Diese Partie zwischen Rapid und dem GAK ist noch nicht abgeschlossen. Ein falscher Pfiff aus dem Publikum hat am Samstag für einzigartige Verwirrung im Hanappi-Stadion gesorgt.
Schiedsrichter Thomas Steiner (kl. Bild) korrigierte in der Halbzeit eine Tor-Entscheidung zum 1:0 für Rapid und setzte das Spiel nach der Pause mit einer Viertelstunde Verspätung und Schiedsrichterball beim Stand von 0:0 fort. Rapid spielte nur unter Protest weiter, ging durch Wallner (gr. Bild), der das aberkannte Tor erzielt hatte, in der 63. Minute noch einmal in Führung. Doch der GAK glich durch Tutu aus, Rapid liegt nun sieben Punkte hinter Tabellenführer Tirol.
Polizeischutz für Steiner
Der umstrittenen Szene war einige Verwirrung vorausgegangen. Bei einer langen Flanke von Savicevic ertönte ein Pfiff, allerdings nicht vom Schiedsrichter, sondern von den Tribünen. Die GAK-Abwehr blieb wegen vermeintlichen Abseits von Wallner stehen, auch Wallner, der wohl tatsächlich aus dem Abseits gestartet war, hörte den "Abpfiff", donnerte aber aus Frust den Ball ins Tor. Steiner gab den Treffer, pfiff danach sofort ab und musste beim Abgang in die Kabine von der Polizei vor den aufgebrachten GAK-Spielern beschützt werden.
Nachhilfeunterricht in der Pause
In der Pause telefonierte Steiner mit dem Regel-Referenten der Bundesliga, dem ehemaligen FIFA-Schiedsrichter Erich Linemayr, der ihm zur Fortsetzung der Partie mit Schiedsrichterball, danach Halbzeitpfiff und Seitenwechsel riet. Rapid, das mittlerweile schon zwei Auswechslungen vorgenommen hatte, trat nur unter Protest und 15-minütiger Verspätung an.
"Das Spiel ist offiziell nicht fortgesetzt worden, die erste Hälfte ist erst mit dem Schiedsrichterball abgeschlossen worden. Es war ein täuschender Pfiff aus dem Publikum, deshalb ist mit einem Schiedsrichter-Ball fortgesetzt worden", erklärte Schiedsrichter-Beobachter Heinz Fahnler.
Sturm-Tore mit Köpfchen
Nach einer Gedenkminute für die Opfer der Stadion-Katastrophe von Johannesburg entwickelte sich eine flotte, abwechslungsreiche Partie, in der die Hausherren zwar größere Spielanteile, aber beide Abwehrreihen trotz einiger Möglichkeiten vorerst meist Herr der Lage waren. Mit Ausnahme der 34. Minute: Da setzte sich Schopp auf der rechten Seite gegen Sarac durch, flankte und Amoah köpfelte frei stehend zum 1:0 ins Netz.
Die "Joker" stechen
Nachdem Wohlfahrt in der 65. Minute sowohl einen Schuss von Schopp als auch den Abpraller von Neukirchner abgewehrt hatte, kam die Haan-Truppe etwas besser ins Spiel. Die größte Chance auf das 1:1 vergab Derksen (69.), als er nach einer Ledwon-Flanke allein stehend den Ball neben das Tor setzte. Die endgültige Entscheidung fiel jedoch erst in der 85. Minute durch zwei Grazer "Joker": Szabics legte nach einer Schopp-Flanke per Kopf für Vastic auf und dieser besorgte bei seinem Comeback ebenfalls mit Köpfchen das 2:0. In der 90. Minute vergab Topic den Schlusstreffer, einen Flachschuss des bosnischen Stürmers wehrte Sidorczuk mit dem Fuß ab.
Salzburg brach "Heimsperre"
Die zuletzt enttäuschenden Leistungen und die winterlichen Temperatur führten dazu, dass nur 4.000 Zuschauer (Saison-Minusrekord) den Weg ins Lehener Stadion gefunden hatten. Sie sahen eine anfangs tonangebende Austria, die allerdings anfangs am gegnerischen Strafraum mit ihrem Latein am Ende war und die wenigen Möglichkeiten (Lässig, Carcamo, Kitzbichler) nicht zu nützen vermochte. Dazu kam eine fragwürdige Abseitsentscheidung, als Lässig allein Richtung LASK-Tor marschierte (25.). Glücklicher waren die Linzer durch Frigaard, der in der 32. Minute von Brenner frei gespielt wurde und aus acht Metern Safar keine Chance ließ.
Obwohl die Gastgeber bereits in der erste Hälfte mit Pfeifenberger (Zerrung) und Szewczyk (Zusammenstoß mit Früstük) zwei Abwehr-Routiniers durch Verletzungen austauschen mussten, lief es nach dem Wechsel erheblich besser. Sigthorsson, der kurz zuvor (47.) eine Riesenchance verjuxt hatte, glückte in der 50. Minute in seinem 12. Einsatz der erste Meisterschaftstreffer für die Salzburger. Nach dem 2:1 durch Suazo hatten die Linzer aber noch zwei gute Chancen durch Lichtenwagner (62. und 73./Safar rettete bei Hechtkopfball), ehe Kitzbichler mit dem 3:1 alles klar machte.
Bregenz in Ried wieder ohne Punktgewinn
Bei winterlicher Kälte hatten die Bregenzer in der ersten Hälfte zunächst die besseren Chancen, wobei Ambrosius die größte vorfand: Nachdem der Stürmer im ersten Versuch an Oraze gescheitert war, klärte beim zweiten Ried-Libero Mapeza vor der Linie. Im Gegenzug erzielte dann Drechsel nach einem Solo über das halbe Feld das Goldtor für die Rieder.
Nach dem Wechsel schnürten die Bregenzer den Gegner zwar regelrecht ein, doch scheiterten sie entweder am eigenen Unvermögen oder an Torhüter Oraze, der sich vor allem bei zwei Chancen des eingewechselten Tomic (60.,72.) mit Glanzparaden auszeichnete.
Die Ergebnisse der 29. Runde
Admira Mödling - FC Tirol 0:2 (0:1)
SV Ried - SW Bregenz 1:0 (1:0)
SV Salzburg - LASK 3:1 (0:1)
Rapid Wien - GAK 1:1 (0:0)
Sturm Graz - Austria Wien 2:0 (1:0)
Die aktuelle Tabelle
| 1. | FC Tirol Innsbruck | 29 | 16 | 7 | 6 | 52 : 25 | 55 |
| 2. | Rapid Wien | 29 | 13 | 9 | 7 | 50 : 33 | 48 |
| 3. | Sturm Graz | 29 | 14 | 5 | 10 | 49 : 34 | 47 |
| 4. | Austria Wien | 29 | 13 | 6 | 10 | 42 : 31 | 45 |
| 5. | SV Salzburg | 29 | 11 | 8 | 10 | 39 : 35 | 41 |
| 6. | GAK | 29 | 11 | 8 | 10 | 37 : 33 | 41 |
| 7. | SV Ried | 29 | 11 | 7 | 11 | 41 : 39 | 40 |
| 8. | VfB Admira/Wacker Mödling | 29 | 7 | 8 | 14 | 24 : 56 | 29 |
| 9. | LASK Linz | 29 | 6 | 9 | 14 | 34 : 56 | 27 |
| 10. | SW Bregenz | 29 | 7 | 5 | 17 | 33 : 59 | 26 |
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