Wolfsburg-Kicker Jonathan Akpoborie bestätigt Besitz

Das mutmaßliche Sklavenschiff , das seit Dienstag (17.04.2001) wegen des Verdachts auf Kinderhandel in der beninischen Hafenstadt Cotonou festgehalten wird, gehört dem nigerianischen Bundesliga-Fußballer Jonathan Akpoborie. Der Fußballer dementiert heftig, in Geschäfte mit Menschenhandel verwickelt zu sein...
Nach Informationen nigerianischer Medien hat Akpoborie die «Etireno» 1998 in Dänemark zusammen mit einem weiteren Passagierschiff namens «Xmas Day» gekauft. Dies bestätigte der für den VfL Wolfsburg spielenden Stürmer der Zeitung «Bild am Sonntag».
"Bin kein Sklavenhändler!"
Jonathan Akpoborie hat heute Berichte über eine angebliche Verwicklung seines Fährschiffes "Etireno" in einen mutmaßlichen Fall von Kindersklavenhandel in Westafrika energisch dementiert. Der Fußballer berichtet mittels seiner Homepage: "Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht, als in dem Bericht von CNN über Sklavenhandel der Name unseres Schiffes auftauchte." Der 32-Jährige Nigerianer betont, dass es sich nur um ein Missverständnis handeln könne.
"Etireno ist der Name meiner Mutter."
Er bestätigt, dass er seit 1998 zusammen mit seiner Familie Eigentümer von zwei Fährschiffen ist, die sowohl dem Personen- als auch dem Frachtverkehr dienen. Die "Etireno" sei auf den Namen seiner Mutter getauft worden. Akpoborie schildert auf der Homepage die Irrfahrt des Fährschiffes, auf dem sich angeblich 250 von ihren Eltern in die Sklaverei verkaufte Kinder befunden haben sollen, so: "Die "Etireno" war auf dem Weg von Cotonou (Benin) nach Libreville (Gabun). An Bord waren nach Aussagen des Kapitäns 140 Passagiere aus Benin sowie eine große Menge an Frachtgut. Bei Ankunft in Libreville stellte sich heraus, dass nur ein kleiner Teil der Passagiere die notwendigen Visa hatte. Die Behörden vor Ort verfügten, dass die Passagiere ohne Papiere zurück in ihr Land müssten. Zudem durfte die für Libreville bestimmte Fracht nicht gelöscht werden."
Odyssee wegen Umlade-Problemen
Dann habe eine "Odyssee" begonnen. Das Schiff wollte in Kamerun Treibstoff aufnehmen und die Ladung auf ein anderes Schiff umladen, habe aber auch dazu keine Genehmigung bekommen. Schließlich habe sein Bruder Anthony aus Zeitgründen entschieden, die "Etireno" wieder nach Benin zurückkehren zu lassen. Nach der Rückkehr des Schiffes habe man nichts gefunden, "was mit Sklavenhandel zu tun hat".
Opfer einer Verwechslung?
Benins Sozialministerin Ramatou Bab Moussa habe mittlerweile darauf hingewiesen, dass das Schiff von Akpobories Firma offenbar Opfer einer Verwechslung sei. Der Wolfsburg-Stürmer kritisiert die Art und Weise der Berichterstattung: "Urheber des Berichtes ist ein französischer Radiosender. Bei einer Nachrecherche stellte sich heraus, dass unsere Firma nichts mit der Angelegenheit zu tun hat. Es hat durch den Radiosender zwei Tage später sogar eine Gegendarstellung gegeben." Dies sei aber von anderen Medien nicht aufgegriffen worden.
"Bis heute konnten weder die Sender, noch die UNICEF Beweise für ihre Behauptungen erbringen. Ich habe die Angelegenheit bereits meinen Anwälten übergeben", teilte Akpoborie mit.
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