Franz Morak im FORMAT-Interview

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin FORMAT nimmt der VP-Medienstaatssekretär Franz Morak zur heftigen Diskussion um das geplante ORF-Gesetz Stellung.
Zu den von FPÖ-Klubchef Peter Westenthaler geforderten Änderungen sagt Morak: "Ich halte nichts davon, daß man nun in Hysterie verfällt. Die grundsätzlichen Parameter sind klar. Aber die Begutachtungsphase ist nun einmal ein Diskussionsprozeß."
Morak sagt zur Kritik Westenthalers, daß der Entwurf nicht mit der FPÖ abgestimmt war: "Wir haben im Ministerrat eine Punktuation beschlossen, in der alles aufgelistest war, für zwei Kernpunkte der Reform: den öffentlich-rechtlichen Auftrag und die Werberegelungen." Morak weiters: "Das Gesetz wurde von den Regierungsspitzen und von meinen Staatssekretariat erarbeitet."
Morak zur Kritik, daß die FPÖ nicht eingebunden war: "Wir haben mit der FPÖ sehr viel verhandelt und sie war selbstverständlich in den Prozeß eingebunden. Ich will aber nicht verheimlichen, daß des mit den Freiheitlichen gerade beim Öffentlich-rechtlichen Auftrag Divergenzen gegeben hat."
Zu Westenthalers Kritik über die neu Programmrichtlinien sagt Morak: "Wir haben festgehalten, daß im Hauptabendprogramm auch ein anspruchsvolles Programm laufen soll - nicht gleich viel, aber gleichwertig. Es kann nicht sein, daß wir in einem Programm eine Milliardenproduktion senden und am anderen eine Lesung aus dem Keller, die dann halt nicht so TV-gerecht ist wie eine Schwarzenegger- oder Bruce Willis-Produktion. Das ist keine redaktionelle Beeinflussung, sondern eine Grunddisposition wie ein öffentlich-rechtlicher Sender zu laufen hat."
Morak weiter: "Das ist ja das Neue: Der ORF soll ein Programm für alle machen. Es gibt auch jenseits des Quotenkannibalismus noch ein Leben. Ein Teil dieses Lebens sollte sich auch im ORF artikulieren können."
Auch die Sorge des ORF wegen finanzieller Ausdünnung versteht Morak nicht.: "Das kann ich nicht nachvollziehen. Der ORF hat mir beispielsweise Unterlagen übersandt, wo es eine Schwankungsbreite von 100 Prozent bei der Berurteilung des Einnahmenentgangs gibt."
Der Zeitplan für die ORF-Reform wird eingehalten werden, bestätigt Morak gegenüber FORMAT: "Die Beschlußfassung wird vor dem Sommer sein, bis Ende des Jahres wird der ORF in eine Stiftung umgewandelt. Dann werden die Gremien neu ausgeschrieben." Mit Privat-TV rechnet Morak im Herbst 2002.
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