Samstag, 21. April 2001

BSE-Tests bald am lebenden Tier möglich

Bisher wurden BSE-Tests nur an geschlachteten Tieren durchgeführt. In eineinhalb Jahren soll dies besser und schneller gehen. Linzer Wissenschafter haben mit einer hochempfindlichen Kamera einen "Lebend-Test" erfunden.

Mit der neuen Methode soll es in Minutenschnelle möglich sein, ein genaues und zuverlässiges Bild über vorliegende Erreger und Schadstoffe im Blut, aber auch zum Beispiel im Trinkwasser oder in Lebensmitteln festzustellen. Das gab Landesrat Josef Fill in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vorstand des Instituts für Biophysik an der Uni-Linz, Hans-Georg Schindler, am Freitag bekannt.

Lichtreflexe entdecken Prionen
Die neue "bahnbrechende" Methode besteht darin, dass man mit einem Spezial-Mikroskop Lichtimpulse misst, die von markierten Antikörpern ausgehen. Bisher war das Problem, dass die Prionen-Konzentration entweder sehr hoch sein musste, oder das Nachweisverfahren extrem empfindlich. An letzterem haben die Linzer gearbeitet: Zunächst werden Antikörper in die Blutprobe eingebracht. Diese sollen an den Prionen andocken. Dann werden alle restlichen Moleküle herausgespült, übrig bleiben fluoriszierende Prionen. Mit dem Fluoreszenz-Mikroskop kann man dann die Impulse messen.

Das Land Oberösterreich will diese Methode finanziell unterstützen und weiterentwickeln. Ende nächsten Jahres soll der Test auf dem Markt sein. Die Linzer könnten also 30 andere Forscher-Teams ausgebremst haben, die weltweit an dem Problem arbeiten. In weiterer Folge ist auch an die Früherkennung zahlreicher anderer Krankheiten beim Mensch möglich.

21.4.2001 09:19