Freitag, 20. April 2001

Hoffnung auf Bekämpfung weiterer Krankheiten

UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat sich erleichtert über die Einigung im Streit um billigere Aids-Medikamente geäußert. Auch aus Washington kam begrüßende Zustimmung.

Annan brachte zudem die Hoffnung zum Ausdruck, dass nun auch weitere Krankheiten mit preiswerteren Medikamenten bekämpft werden könnten. Die Entscheidung der Pharmakonzerne, ihre Klage zurückzuziehen, eröffne "eine neue Ära der Zusammenarbeit zwischen Regierungen und dem Privatsektor im Kampf für eine bessere Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern", erklärte Annans Sprecher Manoel de Almeida e Silva in New York.

Auch die USA haben die außergerichtliche Einigung zwischen 39 Pharmakonzernen und Südafrika über Produktion und Vertrieb bezahlbarer Aids-Medikamente begrüßt. Ein Sprecher des US-Außenministeriums, Charles Hunter, sagte am Donnerstag (Ortszeit) in Washington, die USA "unterstützen und ermunterten" die Pharmaindustrie in ihrem Bemühen, Medikamente gegen Aids, Tuberkulose und Malaria für die Menschen in den Entwicklungsländern bezahlbar zu machen.

Zuvor hatten sich bereits Regierungen und Hilfsorganisationen in aller Welt lobend geäußert. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder nannte die Einigung ein Zeichen der Hoffnung für Millionen Aids-Kranke in der Dritten Welt. Mehr als sechs Wochen nach Beginn des weltweit beachteten Prozesses in Pretoria hatten die 39 Pharmakonzerne ihre Klage gegen die südafrikanische Regierung am Donnerstag zurückgezogen. Die Klage richtete sich gegen ein Gesetz, das die Einfuhr oder die Herstellung billiger Versionen patentierter Medikamente ermöglicht. Die Pharmakonzerne hatten Südafrika vorgeworfen, mit der Zulassung so genannter Generika Patentrechte zu verletzen.

20.4.2001 08:03