Mittwoch, 18. April 2001

Paris: Keine Anzeichen für erfolgreichen Putsch

Ein Putschversuch gegen die Regierung im ostafrikanischen Burundi sei gescheitert, sagte der nationale Sicherheitschef Martin Nkurikiye am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Eine Gruppe Militärs hätte versucht, Präsident Pierre Buyoya (Bild) zu stürzen, ergänzte Nkurikiye.

Ein Offizier namens Pasteur Ndakarutimana hatte am Nachmittag im staatlichen Rundfunk erklärt, der Präsident, seine Regierung und das Parlament seien abgesetzt. Hinter dem Umsturz stehe eine Gruppe mit Namen "Junge Patrioten Burundis".

Auch das französische Außenministerium hat keine Anzeichen dafür, dass der von Militärs versuchte Putsch in Burundi erfolgreich gewesen ist. In einer Mitteilung des Ministeriums vom Mittwoch in Paris ist von einer "konfusen" Lage in Burundi die Rede.

Präsident Buyoya hielt sich zum Zeitpunkt des Putschversuchs zu Verhandlungen über eine Beendigung des Bürgerkriegs in Burundi in Gabun auf. Die südafrikanische Nachrichtenagentur Sapa berichtete unter Berufung auf das Büro des früheren südafrikanischen Nelson Mandela, der Sekretär Buyoyas habe auf Anfrage den Sturz des Präsidenten dementiert. Unbekannte Uniformierte hätten lediglich eine Rundfunkstation in Bujumbura besetzt. Es könne sich um Mitglieder der Armee oder aber auch um Hutu-Rebellen handeln.

Die Vereinten Nationen verfolgten die Lage "mit Besorgnis", sagte UNO-Sprecher Fred Eckhard in New York. In der Hauptstadt Bujumbura herrsche eine gespannte Ruhe, nachdem die Aufständischen über den staatlichen Rundfunk eine Ausgangssperre angeordnet hätten. Er berief sich auf Augenzeugenberichte von UNO-Mitarbeitern in Burundi.

18.4.2001 18:54