Dienstag, 17. April 2001

Bis zu 310 ermordete Zivilisten nahe Knin erwartet

Das UNO-Kriegsverbrechertribunal hat mit der Untersuchung von Massengräbern im Süden Kroatiens begonnen, in denen die Überreste getöteter Serben vermutet werden. Die Ermittler des Tribunals sind am Dienstag in Kroatien eingetroffen und haben in der Stadt Knin mit Arbeiten begonnen.

Drei Grabstellen unweit eines Friedhofes wurden eingezäunt und von Minenexperten abgesucht. Angehörige von verschwundenen Serben versammelten sich am Dienstag in der Nähe, weil sie Auskunft über das Schicksal der Getöteten erwarteten.

In dem Grab in der Nähe des Friedhofs in Knin werden nach neuen Angaben die Überreste von bis zu 310 ermordeten serbischen Zivilisten vermutet. Sie sollen im Sommer 1995 bei der kroatischen Krajina-Offensive gegen die Serbenhochburg umgebracht worden sein.

Dabei hatten kroatische Verbände etwa ein Drittel des Landes zurückerobert, das von Serben gehalten worden war. Knin war die Hauptstadt dieser selbst ernannten Republik. In der Folge der Offensive flohen 250.000 Serben aus Kroatien. Augenzeugen und Menschenrechtsorganisationen berichteten über an serbischen Zivilisten begangenen Verbrechen.

Kroatische Veteranenverbände und rechtsgerichtete Parteien haben Proteste gegen die Ermittlungen des UNO-Tribunals angekündigt. Dagegen hatte die Regierung in Zagreb die Untersuchungen erlaubt und erklärt, es sei gut für Kroatien, die Wahrheit herauszufinden.

17.4.2001 17:39