Vor kroatischen Separatisten in Sicherheit gebracht

Die internationale Bosnien-Friedenstruppe SFOR hat erneut Waffenlager der Armee beschlagnahmt. Damit sollte verhindert werden, dass die Waffen in die Hände kroatischer Separatisten fallen.
Erstmals stellten die SFOR-Soldaten bei den Razzien ab Montag auch Waffen in Baracken von moslemisch-kroatischen Truppen im Süden des Landes sicher, der Hochburg der kroatischen Nationalisten.
Unter anderem beschlagnahmten spanische SFOR-Soldaten Waffen in der Stadt Mostar. Diejenigen Gruppen, die möglicherweise zur Durchsetzung ihrer Ziele Waffen aus den Lagern holen wollten, sollten wissen, dass die SFOR sie daran hindern werde, erklärte SFOR-Sprecher Andrew Coxhead am Dienstag in Sarajevo. Er bezog sich auf Anhänger der kroatisch-nationalistischen Partei HDZ, die für einen eigenen kroatischen Staat im Südwesten von Bosnien-Herzegowina eintritt.
Dies wird jedoch von der internationalen Verwaltung als Verstoß gegen das Dayton-Abkommen abgelehnt. Bosnien-Herzegowina war 1995 im Friedensabkommen von Dayton nach dreieinhalbjährigem Krieg in eine serbische und eine moslemisch-kroatische Hälfte getrennt worden. Das Land steht unter internationaler Verwaltung.
Unterdessen nahm die Polizei in Bosnien-Herzegowina zwei Serben unter dem Verdacht fest, Handgranaten auf das Haus eines moslemischen Polizisten in Vlasenica in Ostbosnien geworfen zu haben. Eine UNO-Sprecherin sagte am Dienstag, es sei seit langem die erste Festnahme nach einem solchen Vorwurf gewesen. In den Häusern der beiden Festgenommenen seien 15 Handgranaten, Gewehre und Munition gefunden worden.
Grafik: Bevölkerungsaufteilung in Bosnien-Herzegowina (Serben = rot, Kroaten = blau, Bosniaken = grün)
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