Montag, 16. April 2001

Albanische Rebellen lassen fünf Gefangene frei

Die jugoslawische Armee kontrolliert wieder den Großteil der Pufferzone zwischen Serbien und dem Kosovo. Mehrere hundert Soldaten rückten am Samstag in das Gebiet ein. Die Aktion stand im Einverständnis mit der KFOR.

Der jugoslawische General Ninoslav Krstic versicherte, die albanische Bevölkerung habe von den Streitkräften nichts zu befürchten. Sie könne auf die Unterstützung und den Schutz durch die Armee zählen. Nach seinen Angaben wurden in der fünf Kilometer breiten Zone 800 weitere Soldaten stationiert. Die Zone war eingerichtet worden, um Distanz zwischen dem Kosovo und der jugoslawischen Armee zu schaffen.

Mitte März waren hunderte jugoslawische Soldaten erstmals seit dem Kosovo-Krieg vor zwei Jahren in ein 25 Quadratkilometer großes Teilgebiet der 400 Kilometer langen Pufferzone nahe der mazedonischen Grenze eingezogen.

Truppen in Hochburg der alabanischen Rebellen
Die Gegend um die Städte Vranje und Presevo gilt nach wie vor als Hochburg der albanischen Rebellen. In der Pufferzone war es wiederholt zu Übergriffen von militanten Albanern gekommen, bei denen mehrere Menschen getötet wurden. Nach dem Willen der Rebellen sollen sich die albanischen Dörfer in der Region von der serbischen Herrschaft befreien.

Am Wochenende ließen die Separatisten in der Pufferzone zwei jugoslawische Soldaten und drei Zivilisten nach mehrwöchiger Gefangenschaft frei. Vertreter der internationalen Schutztruppe KFOR hatten zuvor zwischen serbischen Behörden und Albanern vermittelt. KFOR-Vermittler Shawn Sullivan bezeichnete die Freilassung als Zeichen des guten Willens der Albaner. KFOR und serbische Behörden lobten die Zusammenarbeit bei den Verhandlungen.

UNO: Noch heuer Wahlen im Kosovo
Der UNO-Verwalter für das Kosovo, Hans Häkkerup, hat die Absicht bekräftigt, noch in diesem Jahr allgemeine Wahlen in der serbischen Provinz abzuhalten. Dies sei sehr wichtig und werde zur Stabilität auf dem Balkan beitragen, hieß es am Sonntag in einer Erklärung Häkkerups. Zuvor hatte er sich mit dem albanischen Ministerpräsidenten Ilir Meta getroffen. Häkkerup appellierte auch an die Führer der Kosovo-Albaner, sich um eine Zusammenarbeit mit der serbischen Minderheit zu bemühen. Die Bevölkerung der südserbischen Provinz besteht zu über 90 Prozent aus Albanern.

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche kam im Kosovo ein Soldat der Schutztruppe KFOR ums Leben. Ein britischer Soldat wurde bei einer Minenexplosion getötet, zwei weitere verletzt, wie ein KFOR-Sprecher am Samstag mitteilte. Der Vorfall ereignete sich am Freitagabend an der Grenze zu Mazedonien, als die Soldaten in ihrem Fahrzeug in der Nähe des Dorfes Krivenik patrouillierten. Die Verletzungen der beiden Soldaten seien nicht lebensgefährlich, verlautete aus dem britischen Verteidigungsministerium. Erst am Mittwoch war ein russischer KFOR-Soldat bei einem Routineeinsatz im Kosovo erschossen worden.

16.4.2001 16:12