Heuer das schlimmste Jahr seit 1998

Der in Nordkorea herrschende Hunger verschlimmert sich wieder. "Wir erwarten, dass dieses Jahr das schwerste seit 1998 wird", sagte der in Pjöngjang ansässige Hilfskoordinator der Vereinten Nationen und Vertreter des Welternährungsprogramms (WFP), David Morton.
Die ohnehin nur geringen Lebensmittelzuteilungen des staatlichen Verteilungssystems gingen diesmal schon Anfang Mai und damit noch früher als in den Vorjahren zu Ende.
Die Menschen müssten dann die Monate bis zum Herbst wieder mit eigenen Vorräten und "alternativen" Nahrungsmitteln überbrücken, die aus Getreidehülsen, Maiskolbenstengeln, Gras, Blättern und Rinde bestehen, sagte Morton. Die Ernte des vergangenen Jahres sei um 30 Prozent unter den Mindesterwartungen zurückgeblieben. Von den 4,8 Millionen Tonnen Getreide, die eigentlich für die Ernährung der 22 Millionen Menschen notwendig seien, fehlten 1,8 Millionen Tonnen, teilte Morton mit. Für die neue Pflanzzeit stünden nur ein Viertel der nötigen Düngemittel zur Verfügung.
Die Menschen in Nordkorea leiden seit Mitte der neunziger Jahre durch Naturkatastrophen und einen Zusammenbruch der Wirtschaft an Hunger. Die verschiedenen internationalen Hilfsorganisationen, die in dem ostasiatischen Staat tätig sind, sprachen sich in einem Appell für eine Fortsetzung der Unterstützung aus, die eine Voraussetzung für eine anhaltende Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen sei. Auch wenn die Fortschritte nur langsam seien, sei der Einsatz im Land ein "positiver Faktor für die Verbesserung der Situation der Menschen". Dem Welternährungsprogramm fehlten noch 43 Prozent an Zusagen für die geplante Operation in Nordkorea in diesem Jahr.
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