Montag, 16. April 2001

Evangelische Bischöfin bedauert nachlassendes Interesse

An den diesjährigen Ostermärschen haben sich in Deutschland bisher mehrere tausend Menschen beteiligt. Nach Angaben des Ostermarsch-Büros in Frankfurt am Main vom Montag gingen etwa so viele Menschen wie im Vorjahr auf die Straße.

Am Ostermontag wurden unter anderem noch Veranstaltungen im Ruhrgebiet, in Berlin und Hamburg erwartet. Insgesamt hätten an etwa 60 Orten Menschen demonstriert, sagte ein Sprecher des Ostermarsch-Büros.

Diese weite Verbreitung sei wichtiger als die reine Teilnehmerzahl, sagte der Sprecher angesichts des mäßigen Interesses für die Aktionen. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen standen der Kosovo-Krieg und der Protest gegen die Beteiligung der deutschen Bundeswehr an militärischen Interventionen. Die Friedensinitiativen demonstrierten außerdem gegen die US-Pläne zur Einführung des neuen Raketenabwehrsystems NMD, dem die rot-grüne deutsche Regierung zuletzt positiv gegenüberstand.

Die evangelische Bischöfin von Hannover, Margot Käßmann, hatte am Samstag das nachlassende Interesse an den traditionellen Ostermärschen bedauert. Die Themen Krieg und Gewalt seien nicht gelöst, nur weil es keine unmittelbare Bedrohung wie der Achtzigerjahren mehr gebe, sagte sie im Deutschlandradio Berlin. Heute seien andere Formen der Gewalt wie etwa die in der Familie oder gegen Ausländer präsent. Vor allem die Gewalt gegen Ausländer könne künftigen Ostermärschen als Grundlage dienen, sagte Käßmann.

16.4.2001 11:52