Montag, 16. April 2001

Neo-Landeschef Schöggl um Einigung bemüht

Vor dem Hintergrund der noch nicht verdauten Landtags-Wahlschlappe vom vergangenen Oktober und weiter schwelender Flügelkämpfe findet am kommenden Sonntag der Landesparteitag der steirischen Freiheitlichen im Schwarzl-Freizeitzentrum in Unterpremstätten bei Graz statt.

Landesobmann Leopold Schöggl (Bild rechts), der Michael Schmid auf einem Sonderparteitag im November 2000 nachgefolgt war, ist bemüht, seine Organisation in ruhigeres Fahrwasser zu lenken; dennoch gab es im Vorfeld auch Kritik an seiner Person.

Vor allem der Umstand, dass Schöggl ein offensichtlich gutes Arbeitsverhältnis zur ÖVP hat und mit deren Hilfe auch Zweiter Landeshauptmannstellvertreter geworden ist, hat ihm innerparteilich nicht nur Freunde gemacht. Ex-Abg. Harald Fischl, der an Schöggls Kür zum Obmann maßgeblich beteiligt war, gilt als einer seiner Hauptkritiker, auch wenn er sich in den vergangenen Wochen betont zurückgehalten hat. Als Gegenkandidat bei der Obmannwahl komme er nicht in Frage, ließ Fischl wissen.

Kein starker Rückhalt für Neo-Obmann
Auch seitens der Bundespartei ist ein starker Rückhalt für den steirischen Neo-Obmann nicht wirklich erkennbar: Parteichefin Susanne Riess-Passer, die am Sonntag als Referentin erwartet wird, zürnte erst unlängst wegen der Streitereien, die zu einer "klassischen Wählerverteibung" führten.

Als weiteres Thema könnte am Parteitag die auf Grund der überzogenen Wahlkampfkosten hohen Schulden der Landespartei sein. Dafür wird Ex-Obmann Schmid verantwortlich gemacht, der laut Medienberichten deswegen sogar von früheren Parteikollegen geklagt werden soll. Schöggl dementierte: Die Finanzlage der Partei sei seit Ende des Vorjahres bekannt und "keine Katastrophe". Ein Sanierungskonzept sei noch im Dezember erstellt worden.

16.4.2001 11:28