Freitag, 20. April 2001

Außenminister Peres traf Chefunterhändler Erekat

Israelis und Palästinenser scheinen sich um eine Entspannung der Situation im Gazastreifen zu bemühen. Bis zum Freitagmorgen entfernten israelische Soldaten einen Teil der Straßensperren in dem Autonomiegebiet, und die Reisebeschränkungen für Palästinenser wurden gelockert.

Der palästinensische Präsident Yassir Arafat hatte zuvor angeordnet, die Angriffe von palästinensischen Wohngebieten aus einzustellen. In der Nacht auf Freitag feuerten Palästinenser aus dem Gaza-Streifen heraus erneut Granaten auf israelisches Gebiet ab. Es gab keine Verletzten.

Die israelische Armee teilte am Freitag mit, Straßensperren innerhalb des Gaza-Streifens seien beseitigt worden. Die Sperren hatten den Gaza-Streifen dreigeteilt und die Bewegungsfreiheit der Palästinenser stark eingeschränkt. Die Palästinenser nannten die Armeeangaben "irreführend", da die Sperren nur teilweise aufgehoben worden seien.

Unterdessen verlautete aus palästinensischen Kreisen, Chefunterhändler Saeb Erakat habe sich mit dem israelischen Außenminister und Friedensnobelpreisträger Shimon Peres getroffen. Erakat selbst dementierte dies. "Wir haben uns nicht getroffen, und wir werden uns nicht treffen", sagte er.

In Washington erklärte US-Präsident George W. Bush, die USA denke über den Abzug ihrer Soldaten von der Halbinsel Sinai nach. Man überprüfe die Stationierung von amerikanischen Soldaten in allen Teilen der Welt, sagte Bush. Derzeit sind entlang der israelisch-ägyptischen Grenze mehr als 800 US-Soldaten im Rahmen einer multinationalen Friedenstruppe stationiert. Israel und Ägypten müssten einem Abzug der amerikanischen Truppen zustimmen.

20.4.2001 20:01