Sonntag, 15. April 2001

Türkei Regierung stellt Notprogramm vor

Die türkische Regierung hat am Samstag ein Stabilisierungsprogramm zur Bewältigung der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise vorgestellt. Landesweit demonstrierten erneut Zehntausende gegen die Regierung.

Wirtschaftsminister Kemal Dervis zeigt sich leicht optimistisch: Nach einem Rückgang in diesem Jahr von voraussichtlich minus drei Prozent werde das Wachstum im kommenden plus fünf Prozent betragen. Dervis dämpfte jedoch Hoffnungen, dass die Krise innerhalb kurzer Zeit überwunden werden könnte. Dennoch gebe es "keien Grund, pessimistisch zu sein". Positive Effekte erhofft sich Dervis vom Tourismus und vom Export.

Unklar ist noch, in welcher Höhe die Türkei Finanzhilfen aus dem Ausland erhalten wird. Ankara rechnet nach Presseberichten mit zehn bis zwölf Mrd. US-Dollar. Zur Bewältigung der Krise braucht die Türkei ungerechnet elf bis 13,8 Mrd. US-Dollar. Nach Angaben des Ministers laufen derzeit Verhandlungen mit Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank.

Unterdessen gingen auch am Samstag die Proteste gegen die schwere Wirtschaftskrise weiter. In Istanbul demonstrierten etwa 40.000 Menschen. Sie forderten Ecevits Rücktritt und machten den IWF für die Krise mitverantwortlich.

15.4.2001 10:42