Lion.cc will bis 2002/03 in die Gewinnzone

Lion.cc, die Online-Tochter des börsenotierten Buchhandels- und Medienkonzerns Libro, hat seit Jahresbeginn drastische Maßnahmen zur Kostensenkung gesetzt. Damit sei es gelungen, die Cash Burn Rate im Vergleich zu den schlimmsten Monaten des Vorjahres um zwei Drittel auf knapp 10 Mill. S (726.728 Euro) zu reduzieren, sagte Lion.cc-Marketing-Vorstand Heinz Lederer.
Im Geschäftsjahr 2002/03 will Lion.cc dann im reinen E-Commerce-Geschäft erstmals Gewinne schreiben.
In den vergangenen Monaten ist oder "wurde" bei Lion.cc rund ein Drittel der rund 100 Mitarbeiter gegangen, das Marketingbudget um einen nicht näher genannten Betrag gekürzt und die Inhalte auf der Website - nach dem Verkauf der ISP-Kunden an die Telekom Austria - stärker auf das Lion-Publikum und das E-Commerce Angebot fokussiert und über Kooperationen mit dem 35-Prozent Eigentümer Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) billiger zugekauft.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/01 (per Ende Februar) werde der Verlust von Lion.cc nach vorläufigen Berechnungen "knapp unter 400 Mill. S" liegen, sagte Lederer. Den Umsatz aus dem reinen E-Commerce-Geschäft bezifferte er mit "rund 200 Mill. S". Im laufenden Geschäftsjahr soll der Verlust bei einer geplanten Umsatzsteigerung um 100 Prozent auf einen "knapp dreistelligen Millionenbetrag" gesenkt werden, kündigte Lederer an. Genauere Zahlen soll es bei der Bilanzpressekonferenz von Libro in zirka 2 Wochen geben.
Abgesehen vom drastischen Kostensenkungsprogramm, das "minutiös eingehalten werde" soll, will Lion.cc bestimmte Dienste und Dienstleistungen - darunter MP3-Musik-Files, SMS-Versendemaske oder auch besonders rasche Zustellung von Büchern - kostenpflichtig machen. Ein Zeitpunkt dafür wurde noch nicht genannt.

