51-jährige Vertragsbedienstete reichte Klage ein

Wegen ihrer Personalpolitik muss sich die börsenotierte Telekom Austria AG (TA) nun auch vor Gericht verantworten. Eine 51-jährige Vertragsbedienstete der Telekom hat eine Klage wegen der "Feststellung des Bestehens bzw. Nichtbestehens eines Arbeitsverhältnisses" eingereicht.
Dies wurde von Tirols AK-Präsident, Fritz Dinkhauser, bei einer Pressekonferenz, zur arbeitsrechtlichen Situation betroffener Telekom Mitarbeiter, mitgeteilt.
Die TA will bis 2005 rund 5.000 der 15.000 Mitarbeiter abbauen, um wettbewerbsfähiger zu werden. Dafür wurden alle TA-Mitarbeiter in die Telekom Austria Personalmanagement GmbH ausgegliedert, 10.000 davon sollen laufend wieder in das Unternehmen rückgeführt, die restlichen 5.000 mit Hilfe eines Sozialplans abgebaut werden.
Klägerin steht unter "Hausarrest"
Die Klägerin, die seit sechs Jahren bei der Post- und Telegraphenverwaltung beschäftigt war, sei mit anderen Angestellten in einen "Pool für ausgegliederte" Mitarbeiter überstellt worden. Die Aussichten, wieder bei der TA unterzukommen stünden schlecht, bedauerte die Klägerin. Es sei ihr aber auch nicht möglich eine andere Arbeit zu suchen, da sie offenbar "immer noch angestellt" sei.
Die Frau gab an, dass sie nun zu Hause auf einen Anruf der Telekom zu warten habe. "Von acht bis zwölf" müsse sie "über das Festnetz" erreichbar sein. Der Arbeitsrechtsexperte Jürgen Berger bezeichnete diesen "Hausarrest" als "arbeitsrechtlich nicht haltbar".
In Tirol und Vorarlberg gibt es rund 1.500 Telekom-Mitarbeiter. Ungefähr 500 sollen in beiden Bundesländern noch "abgebaut" werden, schätzte AK-Vizepräsident und Postgewerkschafter, Erwin Zangerl. Rund 50 hätten sich in Tirol bereits selbst "verabschiedet". Ungefähr 150 Tiroler sollen noch heuer das Berufsorientierungsprogramm (die so genannte "Screeningwoche") absolvieren.

