Werden Verbund und OMV zusammengeschlossen?

Ein 19seitiges Regierungspapier zur Neuordnung des österreichischen Energiemarktes versetzt die Strommanager des Landes in helle Aufregung. Das Strategiekonzept, das aus dem Büro von FPÖ-Wirtschaftssprecher Thomas Prinzhorn stammt, sieht einen Zusammenschluß von Verbund und OMV vor.
Das berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Damit würde ein Strom-Gas-Konzern entstehen, finanziell stark genug, um bei Landesversorgern einzusteigen.
Die konkreten Punkte des mit "streng vertraulich" versehenen Dossiers bergen Explosives:
- Die ÖIAG bringt im ersten Schritt ihren 35-Prozent-Anteil an der OMV via Kapitalerhöung in den Verbund ein. Die Staatsholding erhält im Gegenzug 30 Prozent der Stromgesellschaft.
- Der Verbund verkauft rund 15 Prozent OMV-Aktien und bezahlt mit dem Erlös die Komplettübernahme des Gasbereichs, der mit acht Milliarden Schilling bewertet ist. Dieser wird "... eine vorerst 100%ige Tochter der Verbundgesellschaft", zitiert FORMAT.
- Durch Abverkäufe, unter anderem von 49 Prozent der Gassparte an einen strategischen Partner, erzielt der Verbund Erlöse bis zu 21 Milliarden Schilling.
- Dieses Geld wird in die neu zu gründende Austria Power Distribution (APD), die als "Fusionsgesellschaft der regionalen EVUs³ angelegt ist. Im Klartext: Die APD übernimmt Landesversorger und regionale Kraftwerksbetreiber. Laut FORMAT sagt das Papier aus dem Prinzhorn-Büro unmißverständlich: "Langfristiges Ziel (der APD, Anm.) ist es, Energievertrieb und Verteilnetze der Landes-EVUs zu fusionieren" - die Vision vom großen heimischen Stromkonzern.
- Unabhängig von diesen Plänen ist ein Merger der Austrian Hydro Power, der wichtigsten Verbund-Tochter, mit der Wasserkraftsparte des deutschen Energieriesen E.ON vorgesehen. Der Deal mit E.ON könnte, so berichtet FORMAT, schon in den nächsten Wochen über die Bühne gehen.
Das brisante Strategiepapier wurde bereits an Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein verschickt. Von der Energie Allianz der niederösterreichischen EVN mit Wienstrom sowie von der OMV sind massive Widerstände zu erwarten.
Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT.

