Deutsche Konjunktur kühlt ab

Die Deutsche Konjunktur verliert nach Einschätzung der sechs führenden Institute für Wirtschaftsforschung deutlich an Fahrt. Die Wissenschaftler korrigierten sie ihre Prognose für dieses Jahr erheblich nach unten.
Während die Institute im Herbst noch ein Wachstum von 2,7 Prozent in diesem Jahr erwartet hatten, gehen sie jetzt von 2,1 Prozent aus. Auch 2002 wird sich die Konjunktur den Angaben zufolge nicht wesentlich beschleunigen. Die Gutachter rechnen dann mit 2,2 Prozent.
Keine Rezession in Sicht
Von einer „ausgeprägten Konjunkturschwäche“ könne aber nicht gesprochen werden. Eine Rezession sei erst recht nicht in Sicht, hieß es. Im vergangenen Jahr hatte Deutschland ein Wachstum von drei Prozent verzeichnet. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt gehe weiter, allerdings gedämpft, erklärten die Wissenschaftler. "Die Lage am Arbeitsmarkt wird sich weiter verbessern und der Preisauftrieb nachlassen."
Senkung der Leitzinsen um 0,5 Prozent
Die Institute betonten, in der ersten Jahreshälfte stütze noch der niedrige Eurokurs die Konjunktur. Zudem erwarten die Institute nach eigenen Angaben eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Angesichts des nachlassenden Preisauftrieb rechne man noch in Frühjahr damit. "Die Institute halten ein Senkung der Leitzinsen um 0,5 Prozent für gerechtfertigt", hieß es.

