Dienstag, 10. April 2001

Werner Lampert entwickelt neue Nahrungslinie

Billa-Bio-Pionier Werner Lampert hat „Ja! Natürlich“ zum Zwei-Milliarden-Biz und zu Österreichs Bio-Label Nummer 1 gemacht. Jetzt entwickelt der Öko-Pionier für Billa eine neue Nahrungslinie.

Werner Lampert, 55, ist ein Mann, der sich voll und ganz mit seinem Beruf identifiziert. Und sein Auftritt ist ebenso authentisch wie die Bio-Linie „Ja! Natürlich“, die er für den Billa-Konzern entwickelt und vermarktet.

Marktführer bei Bio-Produkten
Billa-Boss Veit Schalle hat ihn 1994 gegen den Willen des damaligen Billa-Eigentümers Karl Wlaschek ins Boot holte. Aus den wenigen Artikeln, die er damals unter der Dachmarke „Ja! Natürlich" einführte, hat sich bis heute ein Sortiment aus gut 300 Artikel in sieben Warengruppen entwickelt, das in rund 900 Billa- und Merkur-Filialen angeboten wird. Jeder dritte bei Billa verkaufte Liter Milch sowie 80 Prozent des Brotangebotes werden mittlerweile von Lampert zertifiziert.

Neue Marke: Functional Food
Der Öko-Erfolg ist für Lampert aber kein Grund, sich auf den grünen Lorbeeren auszuruhen: „Wir haben schon das nächste Genuss-Projekt in der Bio-Pipeline.“ Ab Jahresende soll in den Billa- und Merkur-Regalen erstmals „Functional Food“ angeboten werden. Unter dieser Produktgruppe versteht man Nahrungsmittel, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken sollen. Z. B. cholesterinsenkende Margarine, Joghurt, das den Zuckerspiegel senkt, oder Brot, das die Immunabwehr stärkt.

Während aber bei vielen Functional-Food-Herstellern die Chemie im Vordergrund steht, werden bei „vis-vitalis“ ausschließlich natürliche Zusatzstoffe verwendet. „Damit haben wir ein Weltpatent“, schwärmt der Qui-Gong-Gymnastiker Lampert, der „vis-vitalis“ weltweit vermarkten will.

Enge Bande zu Schalle
Trotz seiner visionären Ideen denkt Lampert aber nicht daran, die „Ja! Natürlich“-Schiene zu vernachlässigen: „Ich habe noch einiges vor, beispielsweise eine ‚Ja! Natürlich‘-Variante vom Convenience-Produkt ‚Chef Menü‘.“ Auch mehrmals kolportierte Abwanderungsgelüste vom Billa-Konzern weist er strikt zurück: „Ich habe nicht nur eine Bindung zu ‚Ja! Natürlich‘, sondern vor allem zu Schalle. Ich bleibe so lange im Konzern wie er.“ Nach Adam Riese sind das noch drei Jahre.

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10.4.2001 14:41